Apostolicum (Apostolisches Glaubensbekenntnis)

Auf dieser Seite folgt eine kurze Einführung in das Apostolische Glaubensbekenntnis:

 

Das für uns wichtigste Bekenntnis ist das apostolische Glaubensbekenntnis (Apostolicum)

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters,
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Amen.

Zu allen Zeiten haben die Christen ihren Glauben bekannt. Eine knappe Zusammenfassung christlicher Grundaussagen ist das apostolische Glaubensbekenntnis.

Es wird auch heute in fast allen Gottesdiensten gesprochen. Wir haben es mit der römisch-katholischen und vielen anderen christlichen Kirchen gemeinsam. Das Apostolikum – wie wir es auch nennen – hat seine heutige Gestalt spätestens im 5. Jahrhundert erhalten. Es geht auf das wesentlich ältere Taufbekenntnis der christlichen Gemeinde in Rom zurück.

Wenn man das Neue Testament aufmerksam liest, findet man auch dort an vielen Stellen Glaubensbekenntnisse der ersten Christen aufgezeichnet. Nicht wenige sind so alt, dass sie dem Apostel Paulus bereits überliefert wurden. (vergleiche 1. Korinther 15,3 ). Die Glaubensbekenntnisse hatten ihren festen Platz im Taufunterricht und bei Taufen, in den gottesdienstlichen Zusammenkünften und im Alltag der Christen. Auch dienten sie als Regel und Richtschnur in der Auseinandersetzung mit anderen Lehren und Religionen.

Entstehung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses

Vorformen in der Bibel

Schon im Neuen Testament gibt es bestimmte Glaubensformeln oder ganze Bekenntnisse. Da ist zunächst Matth.16,16 zu nennen:  Jesus fragt: „Wer sagt denn ihr, meine Jünger, dass ich sei.“ Und Petrus antwortet: „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn.“
Eine der ältesten ist Phil.2, 5-11 mit dem Schwerpunkt: Christus ist der Herr.

Das Romanum

Eines der ältesten GB ist das alte römische Taufbekenntnis. Um 150 n.Chr. Man bezeichnet es als das Romanum, weil es aus der Gemeinde in Rom kam. Die erste Form lautet:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, und an den Heiligen Geist, die heilige Kirche, des Fleisches Auferstehung.

Ende des 2.Jhd., also nicht lange danach, wurden die Aussagen über Christus und den Heiligen Geist erweitert. Auseinandersetzungen mit der Frage, ob Jesus Mensch oder Gott war spielten hier eine große Rolle. So lautet das Romanum Ende des 2.Jhd.:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen;
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der geboren ist aus dem Heiligen Geist und der Jungfrau Maria, der unter Pontius Pilatus gekreuzigt wurde und begraben, am dritten Tage auferstand von den Toten, auffuhr in die Himmel,. Sitzt zur Rechten des Vaters, von dann er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.
Und an den Heiligen Geist, die heilige Kirche, die Vergebung der Sünden, des Fleisches Auferstehung.

Dieses Bekenntnis wurde nun an einigen Stellen erweitert oder verändert und hatte um das Jahr 500 seine Form.

1971 wurde es von der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft liturgische Texte an zwei Stellen verändert: Hinabgestiegen in das Reich des Todes  – anstelle: niedergefahren zur Hölle Auferstehung der Toten  anstelle Auferstehung des Fleisches, und einige andere sprachliche Glättungen.

Vertiefung in Eigenarbeit oder für den Austausch in Gruppen:

Findet heraus, auf welche neutestamentlichen Glaubensaussagen das Apostolikum gründet. Schlagt die angegebenen Bibelstellen nach und ordnet sie den entsprechenden Aussagen des Apostolikums zu. Aus der großen Auswahl neutestamentlicher Bibelstellen wurden nur ein paar ausgewählt. Einige Bibelstellen gelten auch für zwei Aussagen des Apostolikums.

  1. Korinther 8,6 – Apostelgeschichte 2, 36 – 1. Petrus 4, 5-6 – Apostelgeschichte 2, 37-41 – Lukas 2, 4-7 – Apostelgeschichte 2, 42 – Johannes 19, 14-16 – Apostelgeschichte 2, 1-4 – 1. Korinther 15, 3-4 – Apostelgeschichte 17,24 – Matthäus 6,9 – Apostelgeschichte 1, 6-11 – 2. Korinther 5, 10 – Lukas 1, 31-35

Mögliche Lösung:

Glaubensaussage des Glaubensbekenntnisses

Bibelstelle

Ich glaube an Gott, den Vater

Matthäus 6,9

Den allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde

Apostelgeschichte 17,24

und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

1. Korinther 8,6

empfangen durch den Heiligen Geist,

Lukas 1, 31-35

geboren von der Jungfrau Maria,

Lukas 2, 4-7

gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt,

Johannes 19, 14-16

gestorben und begraben,

1. Korinther 15, 3-4

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

1. Petrus 4, 5-6

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

1. Korinther 15, 3-4

aufgefahren in den Himmel;

Apostelgeschichte 1, 6-11

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

Apostelgeschichte 2, 36

von dort wird er kommen,

Apostelgeschichte 1, 6-11

zu richten die Lebenden und die Toten.

2. Korinther 5, 10

Ich glaube an den Heiligen Geist,

Apostelgeschichte 2, 1-4

die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen,

Apostelgeschichte 2, 42

Vergebung der Sünden,

Apostelgeschichte 2, 37-41

Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

1. Korinther 15, 20-28

Informationen zur Evangelischen Kirche in Deutschland finden Sie unter diesem Link: EKD