Kirchliche Feiertage im Kirchenjahr

Das Kirchenjahr beginnt immer am 1. Advent und endet mit dem Ewigkeitssonntag Ende November, der vielerorts auch Totensonntag genannt wird. Die Feste im Kirchenjahr folgen einer festgelegten Abfolge und beschreiben das Leben und Wirken Jesu Christi von seiner Geburt bis zu seinem Tod und seiner Auferstehung und das Werden der christlichen Gemeinde. Im Kirchenjahr hat jeder Sonntag einen eigenen Namen und jede Zeit ihre eigene liturgische Farbe.

Inhalt

Advent

Kirchliche Feiertage Advent
Foto: Martina Heins

Das Wort Advent ist lateinisch und bedeutet „Ankunft“. Christen warten in der Adventszeit auf die Ankunft von Jesus Christus am Weihnachtsfest. Diese Zeit umfasst immer vier Wochen. Ursprünglich war es einmal eine Fastenzeit, in der man sich auf Weihnachten und das Kommen Jesu vorbereitet hat. Am 1. Advent beginnt auch immer das neue Kirchenjahr. In dem schönen Kirchenlied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ (EG 1) heißt es in der 5. Strophe:

„Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meine Herzens Tür dir offen ist.“

Die Adventszeit soll eine „Wartezeit“, eine „Vorbereitungszeit“ und eine Zeit der Besinnung, der inneren Einkehr sein. Doch dafür muss man wissen worauf man wartet, worauf man sich vorbereiten soll. In unserer Zeit gehen die Inhalte immer mehr verloren, dafür werden die Äußerlichkeiten, die richtige Dekoration und Beleuchtung immer wichtiger. In manchen Straßen hat man den Eindruck, jeder Nachbar möchte den anderen mit der noch besseren Beleuchtung übertrumpfen.
Das alles hat mit dem eigentlichen Sinn der Adventszeit natürlich gar nichts zu tun.
Durch Besinnung, Umkehr und Gebet sollten sich die Menschen auf die Ankunft des Heilands und Retters der Welt, Jesus Christus, vorbereiten.  Dabei haben ihnen auch in den vergangenen Jahrhunderten bestimmte Symbole oder Rituale geholfen und gehören zur Adventszeit dazu:
Die grünen Tannenzweige als Zeichen der Hoffnung auf neues Leben und die Ewigkeit, das Licht der Kerzen als Hinweis auf Jesus Christus, der als wahres Licht für alle Menschen in diese Welt gekommen ist und jedes Leben hell machen möchte, die Farbe Rot in den Kerzen oder Schleifenbändern als Sinnbild für das Blut, das Christus für die Erlösung der Menschen vergossen hat, das Stroh als Hinweis auf die Krippe, in der das Christuskind liegt.

Kirchliche Feiertage Advent
Foto: Martina Heins

Später kam der Adventskranz dazu. Im Jahr 1838 entzündete der evangelische Theologe und Pastor Johann Heinrich Wichern in Hamburg zum ersten Mal jeden Tag im Advent eine Kerze.Er leitete damals ein Waisenhaus in Hamburg, das „Rauhe Haus“.  Wichern hatte diese Idee und baute aus einem alten Wagenrad den ersten Adventskranz mit kleinen roten Kerzen für jeden Tag im Advent und mit vier dicken weißen Kerzen für die Adventssonntage. Damit wollte er den Waisenkindern Mut und Hoffnung schenken, aber auch die Vorfreude auf das kommende Weihnachtsfest. Der große Adventskranz hing unter der Decke im großen Betsaal des Waisenhauses. Wichern gründete auch die Innere Mission und seine Diakone nahmen diese Idee mit und so wanderte der Adventskranz durch ganz Deutschland. Für eine kleines häusliches Zimmer war der ursprüngliche Kranz natürlich zu groß. Aber mit 4 Kerzen hat er Platz in jedem Haus. Die runde Form oder Kranzform sollte dabei an die Unendlichkeit der Liebe Gottes zu den Menschen erinnern.

„Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und das Warten auf Christus.“   2. Thessalonicher 3,5

Weihnachten

Kirchliche Feiertage Weihnachten Tannenbaum
Foto: Martina Heins

Das Wort Weihnachten kommt ursprünglich aus dem Mittelhochdeutschen „Ze wihen nahten“ und bedeutet „in den heiligen Nächten“. Damit waren die zwölf Nächte bis zum 6. Januar, die sogenannten „Rauhnächte“, gemeint. Im Jahr 325 n. Chr. beschloss das Konzil von Nizäa das Fest der Geburt Jesu Christi auf den 25. Dezember festzulegen.
Eigentlich hatte die junge christliche Kirche das Weihnachtsfest am 6. Januar gefeiert, dem Tag der „Erscheinung des Herrn“, lateinisch Epiphanias. In der orthodoxen Kirche ist der 6. Januar bis heute der eigentliche Weihnachtsfesttag. Im deutschen Sprachraum wurde Weihnachten ab dem 9. Jahrhundert zum kirchlichen Feiertag. Dabei bildeten der Heilige Abend, die Weihnachtsnacht und der Weihnachtstag noch eine Einheit. Anders als heute, war allen Menschen früher noch bewusst, aus welchem Anlass Weihnachten gefeiert wurde. Die feierliche Mitternachtsmesse wurde besonders gefeiert, denn Christus ist nach dem Lukasevangelium in der Nacht geboren. Mit möglichst vielen Geschenken hatte es nur ganz am Rande zu tun. Und wenn etwas geschenkt wurde, dann zur Erinnerung an das Geschenk Gottes, das Christuskind.
Viele Bräuche sind mit dem Weihnachtsfest verbunden. Den Anstoß zu den Weihnachtskrippen gab Franz von Assisi. Er stellte 1223 die Weihnachtsgeschichte mit lebenden Personen in einer Höhle bei Greccio nach. Diese Idee verbreitete sich sehr schnell weiter und bald entstanden die ersten geschnitzten oder gebastelten Krippen aus Holz und Stroh. Wer noch nicht lesen konnte (und das konnten die wenigsten Menschen damals), verstand durch die Krippenfiguren trotzdem, was gemeint war.
Der erste Tannenbaum wurde wahrscheinlich erst im 16. Jahrhundert im Elsass aufgestellt und ab 1800 gab es dann immer mehr Weihnachtsbäume in den Häusern.  In dem weithin bekannten Lied „O Tannenbaum“ wird der Sinn dieses Brauches besonders deutlich: „O Tannenbaum, o Tannenbaum, dein Kleid will mich was lehren. Die Hoffnung und Beständigkeit gibt Mut und Kraft zu jeder Zeit!“

Kirchliche Feiertage Weihnachten Krippe Weihnachtskrippe
Foto: Martina Heins

Das größte Geschenk an Weihnachten
kann man nicht kaufen.
Kein Geschenk dieser Welt ist wertvoller
als das Kind in der Krippe.
Es hat uns Liebe, Hoffnung und Licht gebracht.

„Gottes Liebe zu uns ist für alle sichtbar geworden,
als er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte,
damit wir durch Jesus Christus
ein neues und ewiges Leben bekommen.“
1. Johannes 4, 9

 

Silvester / Neujahr

e-cards zum neuen Jahr Neujahrsgrüße
Foto: Martina Heins

Eigentlich sind es im strengen Sinne keine kirchlichen Feiertage. Ein altes Jahr geht, ein neues Jahr kommt. Für viele Menschen ein Grund mit viel Getöse zu feiern, für manche Menschen noch einmal in einen Gottesdienst zu gehen, das alte Jahr am „Altjahrsabend“ zurück in Gottes Hände zu legen und am „Neujahrstag“ unter Gottes Segen neu zu beginnen.
In einigen schönen Kirchenliedern kommt das wunderbar zum Ausdruck, z.B. EG 63: „Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz.“, EG 62 „Jesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen“ oder das bekannte Lied EG 65 „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr“.

In manchen Gemeinden wird am Neujahrstag die „Darstellung des Herrn im Tempel“ gefeiert. Diese Feier geht zurück auf die biblische Geschichte aus dem Lukas-Evangelium, Kapitel 2, 22-39.

Warum heißt der Silvestertag eigentlich Silvester? Papst Silvester I. wurde im Jahre 314 n. Chr. der erste Papst in Rom, nachdem die christliche Kirche 313 n. Chr. von Kaiser Konstantin dem Großen als Staatskirche anerkannt wurde.  Das wichtigste Ereignis in seiner Amtszeit war das Konzil von Nizäa im Jahre 325 n. Chr. Auf diesem Konzil wurde festgelegt, dass Ostern am Sonntag nach dem jüdischen Pessachfest gefeiert wurde und Weihnachten am 25. Dezember. Papst Silvester I. starb 335 n. Chr. und der letzte Tag im Jahr, der 31. Dezember, wurde nach dem Tagesheiligen der katholischen Kirche „Silvester“ benannt. Dieser Name hat sich bis heute erhalten!

Viele Menschen wünschen sich „einen guten Rutsch ins neue Jahr“. Doch warum soll man eigentlich hineinrutschen? Rosch ha-Schana ist das hebräische Wort für das jüdische Neujahrsfest. So gut wie der der Jahresanfang soll das ganze Jahr werden. Im Deutschen wurde aus dem Wort „Rosch“ „Rutsch“.

Epiphanias – Epiphaniaszeit

Predigten zum Lesen Matthäus 2 Krippe Die Heiligen Drei Könige Epiphanias
Foto: Martina Heins

„Mache dich auf und werde licht;
denn dein Licht kommt,
und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!“
Jesaja 60,1

Das Wort Epiphanias ist griechisch und bedeutet „Erscheinung des Herrn“, gemeint ist der Herr Jesus Christus. Gott ist in Jesus Christus erschienen. Es ist das zweite Hochfest der Weihnachtszeit und gleichzeitig das Fest der Heiligen Drei Könige oder Weisen aus dem Morgenland am 6. Januar.  Die orthodoxen Kirchen feiern am 6. Januar ihr Weihnachtsfest.

Im Matthäus-Evangelium, Kapitel 2, in den Versen 1-12 können wir ihre spannende Reise zum Kind in der Krippe nachlesen. Sie folgten dem Stern und ihr Weg war weit. Caspar, Melchior und Balthasar sind wegen ihrer weiten Reise auch die Schutzpatrone der Reisenden in der katholischen Tradition geworden. Viele Wirtshäuser haben in den folgenden Jahrhunderten deshalb auch Namen angenommen, die auf diese biblische Geschichte Bezug nehmen: „Zur Krone“, „Zum Stern“, „Drei Könige“ usw.

Nur einmal kamen die drei Weisen von ihrem Weg ab, als sie meinten ein neuer König könnte doch nur in einem Palast geboren werden, bogen sie zu König Herodes ab. Doch sie sahen ihren Irrtum rasch ein, folgten dem Stern erneut und kamen schließlich „hocherfreut“ bei Jesus an. Ihre Geschenke für das Kind waren damals das Kostbarste, was es gab und hatte eine tiefe Bedeutung: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Tief war auch ihre Verbeugung und ihre Anbetung vor Jesus Christus, in dem sie, wie die Hirten, den Sohn Gottes erkannten. 

Der Brauch den Besuch der Weisen am Dreikönigstag in der Kirche oder auch außerhalb nachzuspielen, besteht schon seit dem 10. Jahrhundert.

Die Epiphaniaszeit dauert vom 6. Januar bis zum Beginn der Vorpassionszeit. Die Sonntage in dieser Zeit heißen daher auch 1. Sonntag nach Epiphanias, 2. Sonntag nach Epiphanias usw. In dieser Zeit und in den Gottesdiensten soll besonders an Gottes Erscheinen in Jesus Christus erinnert werden. Viele schöne Kirchenlieder bringen das zum Ausdruck, z.B. EG 66 „Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“, EG 70 „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ oder „O Jesu Christe, wahres Licht“. Die Epiphaniaszeit gehört aber auch noch zum Weihnachtsfestkreis des Kirchenjahres, der bis zum 2. Februar dauert, dem Fest „Mariä Lichtmess“.

Passionszeit

„Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken,
mich in das Meer der Liebe zu versenken,
die dich bewog, von aller Schuld des Bösen, uns zu erlösen.“
(EG 91)

Dem Osterfest geht die Passionszeit (mancherorts auch „Fastenzeit“ genannt) voraus, vierzig Werktage ab Aschermittwoch bis Karsamstag (die Sonntage werden nicht mitgezählt, da an ihnen früher nicht gefastet werden musste). Diese Zeit sollte der besonderen Besinnung auf das Leiden und Sterben Jesu Christi gewidmet sein. Die letzte Woche der Passionszeit ist die Karwoche ab Palmsonntag bis Karsamstag. In der Karwoche gibt es weitere wichtige Feiertage: Gründonnerstag mit der Einsetzung des Abendmahls und Karfreitag, dem Tag der Kreuzigung und des Todes Jesu.

Die Passionszeit war ursprünglich einmal eine Zeit der Buße und Besinnung – 40 stille Tage sollten es sein. Davon ist heute nicht mehr viel zu hören und zu spüren. Das lateinische Wort „passio“ bedeutet „Leiden“. Wir benutzen es manchmal noch in der Redewendung: „Das ist meine Passion“ und meinen damit eine besondere „Leidenschaft“.
Aber warum gerade 40 Tage? Die Zahl Vierzig hat in der Bibel eine besondere Bedeutung und ist oft mit Entbehrung, Anfechtung, Einsamkeit und Stille verknüpft, z.B. der Regen in der Sintflut dauerte 40 Tage (1. Mose 7, 4 + 14 + 8,6) , Mose war 40 Tage auf dem Berg, bevor er die Zehn Gebote von Gott erhielt (2. Mose 24, 18 + 34, 28), das Volk Israel musste 40 Jahre durch die Wüste wandern (4. Mose 13, 25 + 14, 34), bevor sie ins Gelobte Land einziehen konnten, nach seiner Taufe am Jordan fastete Jesus 40 Tage in der Wüste (Matthäus 4,1-2). Die Passionszeit ist nicht die einzige Zeitspanne, die auf 40 Tage begrenzt ist. Auch von Ostern bis Himmelfahrt sind es 40 Tage und in der Adventszeit zählte man früher 40 Tage ab, vom 25. November bis Epiphanias oder von Weihnachten (25.12.) bis „Mariä Lichtmess“ (2.2.). Diese wichtigen Zeiten der Besinnung und Erinnerung an wichtige Stationen in biblischen Geschichten und Zusammenhänge sind heute leider vielfach in Vergessenheit geraten und müssen mit neuem Leben erfüllt werden. Im gesellschaftlichen Leben spielen sie immer weniger eine zentrale Rolle. Welche Rolle spielen sie in unserem Leben?

Palmsonntag, der letzte Sonntag in der Passionszeit vor Ostern.  Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. Alle vier Evangelien berichten vom Einzug Jesu in Jerusalem und unterstreichen damit die hohe Bedeutung dieses Tages (Matthäus 21, 1-11, Markus 11,1-10, Lukas 19, 29-38, Johannes 12, 12-19). Jesus zieht in Jerusalem auf einem Esel ein, die Menschen wedeln mit Palmzweigen und jubeln laut: „Hosianna! Gelobt sei der kommt im Namen des Herrn!“ Doch nach einigen Tagen wird sich dieser Jubelruf bei vielen Menschen in den schrecklichen Ruf „Kreuzige ihn“ verändern.

Karwoche = Stille Woche. Sieben Tage sollte es eigentlich still und heilig zugehen. Im Althochdeutschen heißt Trauer „cara“. Von diesem Wort leitet sich die Bezeichnung „Kar-Woche = Trauerwoche“ ab. Viele werden sich noch daran erinnern, dass man früher in Deutschland in dieser Woche nicht tanzen durfte, es durfte keine laute Musik oder gar keine Musik gespielt werden.  Gründonnerstag und Karfreitag gingen die meisten Menschen noch in die Gottesdienste. Auch davon ist heutzutage fast nichts mehr zu spüren. Die allgemeine Gesellschaft nimmt darauf keine Rücksicht mehr und wenn man davon berichtet, wird man nur belächelt und muss sich Spott gefallen lassen. Fast scheint es wie in der biblischen Geschichte vom Einzug in Jerusalem: Am Anfang jubeln noch viele Menschen Jesus zu, doch im Laufe der Woche werden es immer weniger, die ihm folgen und am Kreuz stehen nur noch sehr wenige zu ihm.

Kirchliche Feiertage Passionszeit Gründonnerstag
Foto: Martina Heins

Gründonnerstag = Tag der Einsetzung des Abendmahls. Was hat dieser Tag mit der Farbe „Grün“ zu tun? Gar nichts! Das Wort Grün muss auf das Wort „greinen“, also „weinen“ zurückgeführt werden. An diesem Tag wurden früher reuige Sünder wieder offiziell zum Abendmahl zugelassen. Sie weinten über ihre Sünden und weinten Tränen der freude, dass sie wieder zum Abendmahl durften.
Am Gründonnerstag feiern wir, dass Jesus das Abendmahl eingesetzt und mit seinen Jüngern gefeiert hat. Auch das wird in allen vier Evangelien ausführlich berichtet und unterstreicht damit die hohe Bedeutung (Matthäus 26, 17-10, Markus 14,12-26, Lukas 22, 7-23, Johannes 13, 21-26). Jesus setzt das Abendmahl ein, um seine Jünger und uns auf dem Glaubensweg zu stärken, der nicht immer leicht zu gehen ist. Nach dem Abendmahl – berichten uns alle vier Evangelien – geht Jesus mit seinen Jüngern in den Garten Gethsemane auf dem Ölberg in Jerusalem. Dort betet er, wird von Judas verraten, verhaftet und vor Pilatus zur Verurteilung geschleppt.

Kirchliche Feiertage Passionszeit Karfreitag Kreuzigung
Foto: Martina Heins

Karfreitag = die Kreuzigung und der Todestag von Jesus und der höchste christliche Feiertag. Dieser Tag wird in den vier Evangelien sehr genau geschildert, so ausführlich und bildreich, dass man als Leser dieser Texte unweigerlich mit hineingenommen wird in das Geschehen (Matthäus 26, 47 – 27, 61, Markus 14, 43 – 15, 47, Lukas 22, 47 – 23, 56, Johannes 18, 1 – 19, 42).  Lesen Sie diese Geschichte in einem der Evangelien einmal am ganzen Stück.
In vielen christlich geprägten Ländern ist dieser Tag ein arbeitsfreier Feiertag, die Kirchenglocken schweigen – es ist ein stiller Tag. Früher gingen die Menschen an diesem Tag in schwarzer Kleidung zum Gottesdienst. Der Altar ist an diesem Tag oftmals leer, keine Kerzen brennen. An manchen Orten werden Kreuzweg-Stationen angeboten, die man nachwandern kann. 
Die Kreuzigung war eine besonders brutale Art der Todesstrafe. Sie war so schrecklich, dass sie nicht an römischen Bürgern vollzogen werden durfte. Jesus nahm diesen Tod und die unsäglichen Schmerzen auf sich. Er ist für alle Menschen hinabgestiegen in das Reich des Todes. Der Tod Jesu war für alle Jünger, Anhänger und Freunde von Jesus ein schrecklicher Tag. Alles schien aus zu sein, alles vorbei! Doch am Ostertag erkennen sie, warum Jesus sterben und auferstehen musste. Er selbst hat ihnen oft von seinem Leiden, Tod und Auferstehung erzählt. Gott hat aus lauter Liebe seinen einzigen Sohn Jesus Christus in den Tod gegeben, damit die Menschen dadurch erlöst und gerettet werden. Auch unsere Schuld darf mit Jesus sterben und wir können neu leben.

Karsamstag = Tag der Grabesruhe. Nach der Kreuzigung wird Jesus in ein neues Steingrab gelegt, mitten in einem großen Garten. Zwei Freunde von Jesus hatten ihn vom Kreuz genommen. Die Hohen Priester von Jerusalem forderten von Pilatus eine Wache, die vor dem Steingrab stehen und aufpassen sollten. Jesus hatte angekündigt, dass er nach drei Tagen auferstehen würde. Genau das wollten sie verhindern. Pilatus gewährte ihnen diese Bitte und sie sicherten das Grab (Matthäus 27, 62 – 66, Markus 15, 42 – 47, Lukas 23, 50 – 56, Johannes 19, 38 – 42).

Ostern – österliche Freudenzeit

Predigten zum Lesen Lukas 18 Kirchliche Feiertage Ostern Osterkrippe Auferstehung Jesus
Foto: Martina Heins

„Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!“

Dieser orthodoxe Osterjubel bringt in besonderer Weise zum Ausdruck, worum es am Osterfest, dem höchsten christlichen Feiertag, geht: die große Freude über die Auferstehung Jesu Christi. Am Ostersonntag rufen und singen sich die Gottesdienstbesucher diesen Osterjubel zu. Alle christlichen Osterlieder besingen diese Freude, z.B. „Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit“ (EG 100), Auf, auf, mein Herz mit Freuden nimm wahr, was heut geschieht.“ (EG 112) oder Er ist erstanden, Halleluja! Freut euch und singet, Halleluja!“ (EG 116). Wenn Sie mit uns einen Ostergottesdienst für die ganze Familie feiern möchten, dann schauen Sie sich unser Video an: Ostergottesdienst für große und kleine Menschen.

Was genau feiern wir am Ostersonntag?
Alle vier Evangelien überliefern die Berichte über die Auferweckung von Jesus Christus von den Toten (Matthäus 28, Markus 16, Lukas 24, Johannes 20-21). Gott hat Jesus, seinen Sohn, von den Toten auferweckt und er lebt. Wer an ihn glaubt, wird auch leben. Im Johannes-Evangelium 11, 25 lesen wir die Worte Jesu: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?“

Kirchliche Feiertage Ostern Auferstehung Jesus Emmausjünger
Foto: Martina Heins

Die Frage für jeden Menschen ist seitdem: Glaubst du das? Das muss jeder für sich ganz alleine entscheiden. Die Vernunft meldet sich mit Zweifeln und sagt uns: Tot ist tot. Eine Auferstehung kann es nicht geben. Die Bibel berichtet uns, dass auch die Jünger von Jesus nach seiner Kreuzigung unsicher waren und von Zweifeln geplagt wurden. Doch Jesus erscheint vielen Menschen und begleitet seine Jünger bis Himmelfahrt. Wir können diese Begegnungen in allen vier Evangelien nachlesen. Jesus lebt und Gott hat durch seine Auferweckung dem Tod für alle Zeiten die Macht genommen. Das ist die Grundlage des christlichen Glaubens. Im Osterlied „Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken?“ (EG 115) wird diese Glaubensgrundlage durch den Text von Christian Fürchtegott Gellert besonders klar beschrieben.

Seit wann wird Ostern gefeiert und an welchem Tag?
Ostern ist das älteste und wichtigste kirchliche Fest.
Bereits die ersten Christen feierten den Ostersieg Christi. Weihnachten wurde erst sehr viel später als ein christliches Fest festgelegt. Auf dem Konzil von Nizäa 325 n. Chr. ließ Kaiser Konstantin den Termin für das Osterfest festlegen: Ostern sollte immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert werden. Und diese Regelung gilt tatsächlich bis zum heutigen Tag! Ostern kann demnach zwischen dem 22. März und 24. April liegen. Es ist also ein beweglicher Feiertag (im Gegensatz zu Weihnachten) und liegt deshalb in jedem Jahr an einem anderen Sonntag. 40 Tage nach Ostern feiern wir Christi Himmelfahrt und 50 Tage danach Pfingsten. Da Ostern ein beweglicher Feiertag ist und sich alles nach diesem Datum richten muss, fallen auch die anderen Feiertage jedes Jahr auf ein anderes Datum. Der Osterfestkreis innerhalb des Kirchenjahres dauert vom Ostersonntag bis Pfingsten. Daran schließt sich die Trinitatiszeit an.

Woher kommt der Name Ostern?
Der deutsche Begriff „Ostern“ stammt wahrscheinlich von dem althochdeutschen Wort „Ostara“/ „Ostarun“ und bedeutet „Morgenrot“ oder „Aufgang“. In der Offenbarung des Johannes wird von Jesus als dem hellen „Morgenstern“ geredet. Nur im Englischen (Easter) und dem Deutschen hat sich dieser Name gehalten. In anderen Sprachen wird noch ein weiterer Ursprung des Osterfestes deutlich, dem jüdischen Passafest oder Pessachfest (z.B. frz. paques, im italien. pasqua). Ostern und Pessach wurden bis ins 4. Jahrhundert am gleichen Tag gefeiert, bis zum Konzil von Nizäa 325 n. Chr.   

Brauchtum zu Ostern

Das Osterfest ist angefüllt mit vielerlei Brauchtum und Traditionen. Hier sollen nur einige erklärt werden. Diese Liste hat nicht den Anspruch der Vollständigkeit!

Osterkerze: In vielen christlichen Gemeinden wird am Ostersonntag eine neue, große und besonders schön verzierte Osterkerze entzündet. An jedem Sonntag wird diese Kerze dann zum Gottesdienst angezündet und soll an den Ostersonntag erinnern. Jesus hat gesagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis.“ (Johannes 8, 12). Daran soll uns die Kerze erinnern.

Kirchliche feiertage Ostern Ostereier
Foto: Martina Heins
Kirchliche Feiertage Ostern Ostereier Bibelvers
Foto: Martina Heins

Ostereier: In der christlichen Welt war das Ei nicht nur Symbol der Schöpfung und neuen Lebens, sondern auch ein Sinnbild der Auferstehung. Es lag daher nahe, die Eierschale mit dem verschlossenen Grab zu vergleichen, das durch die Auferstehung gesprengt, bzw. zerbrochen wurde.  Ein weit verbreiteter Osterspruch lautete: „Wie der Vogel aus dem Nest gekrochen, hat Jesus das Grab zerbrochen.“ Seit dem 17. Jahrhundert werden die Ostereier kunstvoll gefärbt, verziert und mit Versen beschriftet. In früheren Jahrhunderten durften während der Passionszeit keine Eier gegessen werden. Am Gründonnerstag mussten die Bauern ihrem Grundherrn die Steuern in Form von Naturalien bezahlen. Da sie in den Wochen davor viele Eier gesammelt hatten, wurde die Steuern oft mit Eiern bezahlt. Diese Eier wurden zur Markierung rot gefärbt, als sogenannte „Erlass-Eier“. Damit war die Zinsschuld bezahlt, erlassen. 

Wenn Sie lernen möchten, wie man ganz leicht Ostereier verzieren und mit Bibelversen beschriften kann, dann sehen Sie sich unser Video dazu an: Ostereier beschriften.

Osterlachen: In früheren Zeiten waren die Osterpredigten mit lustigen Geschichten, herzhaften Anekdoten und Fabeln angefüllt. Der Pastor wollte die Menschen nach den strengen und traurigen Passionstagen und der Karwoche zum Lachen bringen. Die Auferstehung sollte für alle ein freudiges Erlebnis sein, die Osterzeit eine Freudenzeit. Martin Luther hat in einer seiner berühmten Tischreden einmal gesagt: „Wenn Gott keinen Spaß verstünde, so möchte ich nicht im Himmel sein!“

Osterlamm: Der auferstandene Christus wird oft als Lamm dargestellt. In vielen Altarbildern kann man ein Osterlamm entdecken. Auch das hängt mit dem jüdischen Passafest zusammen, an dem sich die Juden an das Passa-Lamm erinnern, dass den Opfertod gestorben ist. Christen erinnern sich daran, dass Jesus für die Sünden der Menschen den Tod auf sich genommen hat und sie damit erlöst hat. Jesus selbst feierte mit seinen Jüngern das Passafest (Matthäus 26, 17-19, Markus 14, 12-16, Lukas 22, 1-13).  

Osterhase: Der Osterhase gehört für uns genauso zum Osterfest wie der Tannenbaum zu Weihnachten. Woher das Brauchtum mit dem Osterhasen kommt, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit feststellen.  Im Alten Testament gibt es im Buch der Sprüche 30, 26 einen Hinweis auf Hasen (so lautet die lateinische Übersetzung). Dort heißt es : „Die Hasen – ein schwaches Volk, dennoch bauen sie ihr Haus in den Felsen.“ Allerdings handelt es sich dabei nicht um unsere Feldkaninchen, sondern um „Klippdachse“ (hebräisch), übersetzt „Felsenkaninchen“. Die Christen damals hatten allerdings bildhaft Hasen vor Augen und bezogen es auf ihr eigenes felsenfestes Vertrauen in Christus. Warum der Osterhase die Ostereier bringt, weiß niemand mehr so genau. Wichtig ist daran aber die Freude, die mit dem Ostereiersuchen verbunden ist. Denn Ostern ist eine Freudenzeit.

Kirchliche Feiertage Ostern Osterglocken
Foto: Martina Heins
Kirchliche Feiertage Ostern Osterglocken
Foto: Martina Heins

Osterglocken: An manchen Orten schweigen die Glocken der Kirche in der Karwoche. Nach katholischem Verständnis fliegen die Glocken am Gründonnerstag nach Rom und kommen in der Osternacht zurück. Am Ostersonntag wird daher ein besonders großes und fröhliches Ostergeläut von den Glocken im Kirchturm angestimmt. Unsere gelben Osterglocken im Garten bereiten in jedem Frühling ja auch große Freude und können uns an diese österliche Freude erinnern!

Osterfeuer: Früher wurde zu Beginn der katholischen Osterliturgie vom Priester in der Osternacht ein Osterfeuer vor der Kirche entzündet. Daran wurde die Osterkerze entzündet, die dann in die völlig abgedunkelte Kirche getragen wurde. Dadurch wurde es plötzlich hell im Kirchenraum und sollte daran erinnern, dass Jesus das Licht der Welt ist. Dieses Brauchtum findet man auch noch heute in manchen Kirchen. Heutzutage wird das Osterfeuer eher weltlich gefeiert und zum Abbrennen von Strauchschnitt und einer fröhlichen Feier auf dem freien Feld genutzt. Mit dem eigentlichen Osterfeuer hat das aber nicht mehr viel gemeinsam. 

kirchliche Feiertage Ostern Brauchtum Osterbrot Osterkranz Osterhase
Foto: Martina Heins
Kirchliche feiertage Ostern Ostergebäck Osterkekse
Foto: Martina Heins

Ostergebäck, Osterbrot: Darunter versteht man Gebildbrote, die aus süßem Hefeteig hergestellt und in Form von Kränzen, Fladen, Sonnen, Osternester, Osterhasen u.a. gebacken werden. Süßes und Freude gehören ja irgendwie zusammen. So kann man sich das Entstehen dieses Ostergebäcks auch erklären. Vielleicht ist das auch der Grund für die vielen Schokoladenostereier und Schokoladenhasen. Die Passionszeit war eine Fastenzeit, in der auf viele Dinge verzichtet wurde. In der Karwoche wurde auch eher sehr einfach gegessen. Die Freude über die Auferstehung Christi und der damit verbundene Osterjubel sollte auch durch ein gutes Essen zum Ausdruck gebracht werden. In unserer Zeit wird dieser Hintergrund leider meistens vergessen und es geht überwiegend um den Konsum.

Christi Himmelfahrt (40 Tage nach Ostern) und Pfingsten (50 Tage nach Ostern)

Kirchliche Feiertage - Sonnenstrahlen durch Bäume
Foto: Martina Heins

An Christi Himmelfahrt erinnern wir uns daran, dass Jesus 40 Tage nach Ostern in den Himmel zu Gott, seinem und unserem Vater, aufgefahren ist. Die Zahl 40 steht hier symbolisch für die Vollendung. Nun ist die „Lehrzeit“ der Jünger vorbei. Zum Abschluss sagt Jesus ihnen den „Missionsbefehl“, aufgeschrieben im Matthäusevangelium 28,16-20, mit den ermutigenden Worten:

„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

In der Apostelgeschichte 1, 4-11 lesen wir dann den Bericht von Lukas über die Himmelfahrt Christi.
Darin sagt Jesus:

„…aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen,
der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein.“

Jesus verlässt die Erde, um zum Vater zu gehen. Aber Jesus lässt die Jünger und auch uns nicht allein zurück. Im Heiligen Geist war er bei den Jüngern damals und ist er auch noch heute bei uns gegenwärtig. Das Geschenk des Heiligen Geistes gab den Jüngern und gibt auch uns die Kraft, seine Worte weiterzusagen und in Jesu Sinne zu leben. In der Apostelgeschichte 2,1-12 wird das „Pfingstwunder“ beschrieben, wie es die Jünger mit großer Kraft in Bewegung brachte und sie mit Mut ausstattete von Jesus zu predigen, obwohl sie alle nur ganz einfache Fischer waren. Keiner von ihnen war ein gelehrter Mann gewesen.  

Am Pfingstfest – immer 10 Tage später – feiern wir den „Geburtstag“ der ersten christlichen Gemeinde. Die Menschen, die sich am ersten Pfingstfest auf den Namen Jesu Christi taufen ließen  – es waren etwa dreitausend Menschen – bildeten diese erste Gemeinde. In der Apostelgeschichte 2,42.44.47b steht geschrieben:

Kirchliche Feiertage
Foto: Martina Heins


„Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel
und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen
und im Gebet…
Alle aber, die gläubig geworden waren,
waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam…
Der Herr aber fügte täglich
zur Gemeinde hinzu,
die gerettet wurden.“

Wir haben also jedes Jahr viel Grund uns an diesen christlichen Festtagen zu freuen uns sie in Dankbarkeit zu feiern!

 

Trinitatiszeit

Kirchliche Feiertage Trinität-Dreieinigkeit-Gott Vater-Jesus-Heiliger GeistDie Trinitatiszeit beginnt am ersten Sonntag nach Pfingsten mit dem Trinitatissonntag. Das Trinitatisfest, auch „Tag der Heiligen Dreifaltigkeit“ genannt, wird immer am Sonntag nach Pfingsten gefeiert. Es folgen bis zu 24 Sonntage nach Trinitatis.  In die Trinitatiszeit fallen verschiedene andere christliche Feste wie zum Beispiel dasErntedankfest (meistens am 1. Sonntag im Oktober), und das das Reformationsfest (31. Oktober).
Trinitatis (lat.) bedeutet Dreieinigkeit und bezieht sich auf die Dreieinigkeit Gottes: Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist. Das Wirken erleben wir auf unterschiedliche Weise, aber sie sind durch die vollkommene Liebe untereinander auch vollkommen eins.

Johannes 10,30: Jesus Christus spricht: „Ich und der Vater sind eins.“

Kirchliche Feiertage Taube Taufe Dreeinigkeit Pfingsten
Foto: Martina Heins

Bei Jesu Taufe wird diese Dreieinigkeit besonders hervorgehoben:
„Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich der Hinmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimmne aus dem Himmel sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ (Matthäus 3,16-17). Die Dreieinigkeit wird in der Taufe besonders betont. Jesus sagte seinen Jüngern am Himmelfahrtstag (Matthäus 28,19:) „Gehet hin und lehret alle Völker: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Deshalb werden Christen bis heute mit diesem Bibelvers getauft.

Ein weiterer Ausdruck des Glaubens an die Dreinigkeit  Gottes ist unser Glaubensbekenntnis. Dort heißt es : „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist…“

Während der Trinitatiszeit soll mit sehr unterschiedlichen Themen die ganze Breite der biblischen Botschaft zum Zug kommen. Es ist also kein Fest, das an einen bestimmten Anlass gebunden ist, wie Ostern oder Weihnachten.

Erntedankfest

Glauben verstehen Kirchliche Feiertage Erntedank Getreide Getreidefeld Kornfeld Dankbarkeit
Foto: Martina Heins

„Wir pflügen, und wir streuenden Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen liegt in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft,
wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. 
Alle guten Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt
und hofft auf ihn!“
(Text nach Matthias Claudius, 1783)

Dieses bekannte Lied, vom Dichter Matthias Claudius 1783 gedichtet, drückt sehr gut aus, worum es am Erntedankfest eigentlich geht: Christen danken an diesem Tag für Gottes Schöpfung und seine guten Gaben, das ganze Jahr hindurch. Gott hat am Anfang „alles sehr gut“ (1. Mose 1,  ) gemacht und seinen Menschen einen konkreten Schöpfungsauftrag gegeben: Sie sollen sich gut um seine Schöpfung kümmern, sie fördern und bewahren.

Glauben verstehen Kirchliche feiertage Erntedankfest Apfelbaum Dankbarkeit
Foto: Martina Heins

Das Erntedankfest wird immer am Sonntag nach dem 29. September/Anfang Oktober mit einem besonderen Gottesdienst gefeiert. Getreide, Brot, Obst, Gemüse, Blumen und vieles mehr aus Feld und Garten schmücken den Altar in den Kirchen. Die Erntegaben werden nach dem Gottesdienst meistens an bedürftige Personen abgegeben oder an Institutionen, die sich um diese menschen kümmern. An manchen Orten werden noch Erntekronen oder ein Erntekranz gebunden. In früheren Jahren war die Ernte eine harte Arbeit und die Menschen waren dankbar für den Ertrag ihrer Felder. Er sicherte ihnen und ihren Familien das Überleben im Winter.  

In unserer modernen Welt haben viele Menschen den direkten Bezug zu Anbau und Ernte ihrer  Lebensmittel verloren. Man kauft alles bequem im Supermarkt und das möglichst billig. Und die Dankbarkeit geht dabei oft verloren. Dabei ist die Dankbarkeit das Geheimnis eines glücklichen Lebens und oft sind es die kleinen Dinge, die unser Leben reich machen.

Jakobus 1,17: „Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab.“

Reformationsfest

Das Reformationsfest ist ein evangelischer Feiertag am 31. Oktober. In enigen Bundesländern im Norden und Osten Deutschlands ist er auch ein staatlicher arbeitsfreier Feiertag.

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Foto: Martina Heins
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Foto: Martina Heins Thesentür an der Schlosskirche in Wittenberg

Hintergrund ist die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers am 31. Oktober 1517, wahrscheinlich durch einen Anschlag an die Schlosskirche zu Wittenberg, mit der Luther zu einer öffentlichen Diskussion über den Ablasshandel der römisch-katholischen Kirche aufrufen wollte. Somit markiert dieses Datum den Beginn der Reformation. Luthers Anliegen war nicht die Gründung einer neuen Kirche, sondern die Erneuerung der Kirche vom Evangelium Jesu Christi her. Als die „Papstkirche“ sich auf keine Diskussionen über Luthers Anliegen einließ, folgten erbitterte Auseinandersetzungen, die schließlich zur Gründung der evangelischen Kirche führte.

Weitere Informationen zur Reformation finden Sie hier.

Buß- und Bettag

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Foto: Martina Heins

Dieser evangelische Feiertag liegt immer am letzten Mittwoch des Kirchenjahres, zwischen Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag.  Gefeiert wird er seit der Reformation und sollte das ganze Volk zur Umkehr und Buße aufrufen. In Gebet um Vergebung der Schuld und stiller Besinnung sollten Christen innehalten und ihre Wege mit Gott, bzw. abseits von Gott bedenken. Der Feiertag wurde 1995 als gesetzlicher Feiertag zur Finanzierung der Pflegeversicherung abgeschafft.
Die Frage die sich heute so mancher stellt: Brauche ich einen bestimmten Tag, um über meine Schuld vor Gott und den Mitmenschen nachzudenken und um Vergebung zu bitten? Als Christen, die an Jesus Christus glauben, haben wir jeden Tag die Chance um Vergebung zu bitten, umzukehren zu Gott und seinen Wegen und ein neues Leben mit Christus zu beginnen. Gott sei Dank!  Im „Vater unser“ können wir täglich um die Vergebung bitten. Dieses Gebet hat uns Jesus Christus selbst gegeben.

Ewigkeitssonntag

Der Ewigkeitssonntag – immer am letzten Sonntag vor dem 1. Advent – ist kein gesetzlicher Feiertag. Er wird auch oft als „stiller Feiertag“ bezeichnet, an dem evangelische Christenan die Toten gedenken, ähnlich wie katholische Christen an Allerheiligen. Die evangelischen Kirchen sehen den Ursprung in der Reformation, historisch gesehen wurde dieser Feiertag aber von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 1816 als Feiertag angeordnet. An diesem Sonntag sollte der Verstorbenen nach den verlustreichen Befreiungskriegen gegen Napoleon gedacht werden, daher der Name „Totensonntag“.

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Am Ewigkeitssonntag werden an vielen Orten in den Gottesdiensten die Namen der Verstorbenen
in der jeweiligen Gemeinde des letzten Jahres vorgelesen
und damit an die Hoffnung der Auferstehung und das ewige Leben in und durch Jesus Christus erinnert.

Johannes 3, 16:
Jesus Christus spricht: „Also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit alle, die an ihn glauben,
nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“

 

Die Bibeltexte sind überwiegend der Lutherbibel 1984 entnommen. Außerdem werden auch die Gute Nachricht und die Lutherbibel 2017 verwendet.

Bibelausgaben in verschiedenen Übersetzungen finden Sie bei der Deutschen Bibelgesellschaft