Predigt zu Johannes 6, 47-51 am Sonntag Lätare

Ist Ihre Seele gesund, stark und widerstandsfähig? Womit ernähren Sie Ihre Seele und die Seele der Gemeinde?

Es ist klar:

Wenn wir viel Ungesundes essen, werden wir davon krank und können daran sterben. Pferdefleisch ist noch harmlos. Viel schlimmer sind die ganzen Gifte, genmanipulierte Nahrung, Chemikalien, usw.. Manchmal fragt man sich, was man überhaupt noch essen darf.
Genauso klar ist: wer nur Gesundes isst, stirbt auch: Prof. Dr. Manfred Lütz schreibt in seinem Buch „Lebenslust“: „Auch wer gesund stirbt, ist tot.“ Dennoch achten die meisten Menschen zu Recht auf eine einigermaßen gesunde Ernährung. Man lebt damit auch nicht ewig, aber kann die Lebensqualität während des Lebens steigern. Das gilt für unseren Körper.

Wie gehen wir aber mit unserer Seele um?

Wir brauchen eine gesunde Seele, die kraftvoll, zuversichtlich und positiv ist, um in der Lage zu sein, die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen, die Aufgaben des täglichen Lebens, Probleme, Rückschläge, Enttäuschungen, etc., damit wir nicht bei jeder Herausforderung zusammenbrechen, sondern kraftvoll, mit Freude, Liebe und Begeisterung auf sie zugehen und sie anpacken.

Was machen Sie, wenn Sie sich am Ende und ausgelaugt fühlen, um aufzutanken?

Der bequemste Weg ist die Fernbedienung, Bier oder Wein oder etwas anderes. Doch dabei geht es meistens nicht darum, aufzutanken, sondern abzuschalten. Das wissen wir auch. Auftanken funktioniert so nicht. Dann hat jeder so seine Methoden, um die eigenen Kraftreserven zu mobilisieren, z. B. Musik, Konzert, Lesen, Sport, Spaziergang, Wellenesswochenende, etc.. Einen Kraftschub für die Seele bekommen die meisten Menschen, wenn sie Erfolg haben, Anerkennung bekommen, geliebt werden, also durch positive Zuwendung anderer Menschen. Jeder sucht sich hier seine eigene Methode und bewertet sie für sich unterschiedlich. Ich will alle diese einzelnen Methoden untereinander nicht bewerten. Und doch haben alle etwas gemeinsam: Immer muss ich mich dafür anstrengen oder etwas einbringen, um an diese Nahrung heranzukommen. Von selbst sprudeln diese Quellen nicht. So kann ein Teufelskreis entstehen: Ich muss mich für neue Nahrung anstrengen, aufraffen, aber je weniger Kraft ich habe, desto weniger schaffe ich es und desto weniger neue Nahrung bekomme ich, bis die Kraft ganz aufgebraucht ist. Keines dieser Nahrungsmittel für die Seele kann uns wahres und erfülltes Leben geben und schon gar nicht ewiges Leben, den am Ende sind wir tot.

Jesus sagt:

47 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben. 48 Ich bin das Brot des Lebens. 49 Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. 50 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. 51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch – für das Leben der Welt.

Jesus: Mit den irdischen Nahrungsmitteln für die Seele ist es wie beim Manna in der Wüste,

mit dem das Volk Israel während der Wanderung durch die Wüste vom Himmel versorgt wurde. Das war ein Wunderessen, von Gott selbst bewirkt. Aber trotzdem bleib es ein irdisches Essen. Die Seele wurde damit nicht angefüllt und die Menschen mussten trotzdem sterben. Irdische Nahrungsmittel können uns nur kurzfristig irdisches Leben geben.

Jesus sagt: Bei mir bekommt ihr die Nahrung für eure Seele, die aus dem Himmel kommt und euch mit der Kraft aus der Ewigkeit anfüllt.

Diese Nahrungsquelle sprudelt ständig, auch wenn ich selbst keine Kraft habe; sie besiegt sogar den Tod und bringt uns in die Ewigkeit. Und sie steht uns immer und überall zur Verfügung. Ich bringe euch Freude, Hoffnung, Liebe, Zuversicht… – alles, was die Seele braucht, um gesund, kraftvoll, zuversichtlich und positiv an die Herausforderungen des Lebens heranzugehen. Bei Jesus finden wir die gesunde Nahrung, die wir für eine gesunde Seele brauchen.

Die Orte für unsere seelische Nahrungsaufnahme finden wir in der Apostelgeschichte 2 im Bericht über das Leben in der ersten Gemeinde.

In Vers 42 heißt es: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ Die Lehre der Apostel ist das Wort Gottes in der Bibel und mit Brotbrechen ist das Abendmahl gemeint. Christliche Gemeinschaft und Gebet sind für alle verständlich. Es sind die Orte, wo wir verbunden werden mit dem auferstandenen Jesus Christus. Man kann es auch die vier „Steckdosen Gottes“ nennen. Nur wenn wir dort angeschlossen sind kann die Energie Gottes fließen und unser Leben zum Leuchten gebracht werden.

Was machen wir aber, wenn unsere Seele Hungergefühle zeigt?

Nehmen wir dann die erste beste Nahrung, die uns angeboten wird, im Fast Food Restaurant; was griffbereit im Supermarkt liegt; die mitgebrachte Stulle; was Mutter schon für uns gemacht hat, was wir kennen und gewohnt sind; oder werden wir zu Feinschmeckern und wählen ganz bewusst aus und nehmen das, was Jesus uns anbietet. Lassen wir uns von dem beeinflussen, was uns gerade als modern angeboten wird oder handeln wir bewusst und tun das, was wir als richtig erkannt haben, und gehen zu Jesus?

Was für den Einzelnen gilt, gilt genauso für eine christliche Gemeinde als Ganzes.

Auch die Seele der Gemeinde soll gesund, kraftvoll, lebendig, zuversichtlich, voller Begeisterung sein, um die Aufgaben und Herausforderungen mit Freude, Liebe und Kraft zu bewältigen? Jesus Christus hat uns den grundlegenden Auftrag gegeben, seine Botschaft in Wort und Tat zu bezeugen, allen Menschen den Glauben an Jesus nahe zu bringen. Es gibt Menschen, die sind einsam oder leiden unter der Last Ihrer Probleme und sie brauchen Menschen, die ihnen mit Offenheit, Liebe und Freundlichkeit begegnen. Wir sind unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, Lebensstilen und Meinungen. Daraus soll eine kraftvolle und lebendige Gemeinschaft werden. Und es gibt noch viele andere Aufgaben und Herausforderungen.
Bewältigen wir das alles mit Freude, Liebe und Kraft? Ist unsere Gemeindeseele gesund?

Ein Hauptproblem vieler Gemeinden in Europa ist die falsche Nahrung für die Gemeindeseele.

Einige füttern sie mit theologischen, philosophischen oder humanwissenschaftlichen Theorien, aber das ist nur Nahrung für den Kopf, aber nicht für die Seele. Andere füttern sie mit dem eigenen Engagement, der menschlichen Kraft, den Ideen der Mitarbeiter, aber dann bleibt auch alles menschlich in einer Gemeinde wie in einem Verein.

Die Gemeindeseele braucht zuallererst himmlische Nahrung.

Sie braucht Jesus Christus: Sie braucht das Gebet. Beim Beten gehen wir in die Gegenwart Gott, geben ihm alles, was uns belastet und lassen uns anfüllen und prägen von seinem Geist. Sie braucht das Wort Gottes, denn es weist und den Weg, gibt uns Orientierung und Kraft. Sie braucht die Feier des Abendmahls, wo wir unsere Gemeinschaft mit dem auferstandenen Jesus erneuern und neue Kraft für den Alltag bekommen. Sie braucht die christliche Gemeinschaft. Da ist Jesus in besonderer Weise gegenwärtig und wir bekommen Ermutigung und Stärkung für unseren Weg im Leben.

Nur mit Jesus Christus als Quelle unserer Nahrung wird die Seele einer Gemeinde gesund, kraftvoll und lebendig sein;

werden vom Geist Gottes begeisterte Mitarbeiter die Gemeinde mit Freude, Kraft und Liebe bauen; werden Menschen die Gegenwart und Kraft Gottes in der Gemeinde spüren und himmlische Hilfe in der Gemeinde erfahren; wird die Gemeinde etwas ausstrahlen können von der Liebe und Freundlichkeit Christi.

Ich wünsche mir, dass Sie das nie vergessen, auch nicht in 20 oder 40 Jahren. Die Aktivitäten, die eine Gemeinde durchführt, können sehr unterschiedlich sein und müssen sich auch verändern. Da ist vieles möglich, aber das ist nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass die Seele der Gemeinde himmlische Nahrung bekommt, dass sie aus der Kraft Jesu Christi, aus der Kraft des Heiligen Geistes lebt.

Dann wird die Gemeinde gesund sein und leben.

Predigt zu Johannes 6, 47-51