Predigt zu 2. Korinther 4, 16-18 am Sonntag Jubilate

Was gibt Ihnen in schweren Zeiten Kraft zum Durchhalten? Haben Sie ein Ziel vor Augen oder leben Sie ohne Ziel?

16 (Paulus schreibt) Darum verliere ich nicht den Mut. Die Lebenskräfte, die ich von Natur aus habe, werden aufgerieben; aber das Leben, das Gott mir schenkt, erneuert sich jeden Tag. 17 Die Leiden, die ich jetzt ertragen muss, wiegen nicht schwer und gehen vorüber. Sie werden mir eine Herrlichkeit bringen, die alle Vorstellungen übersteigt und kein Ende hat. 18 Ich baue nicht auf das Sichtbare, sondern auf das, was jetzt noch niemand sehen kann. Denn was wir jetzt sehen, besteht nur eine gewisse Zeit. Das Unsichtbare aber bleibt ewig bestehen.

Wandern Sie gerne?

Die Nordpfalz ist ein ideales Wandergebiet mit schönen Wegen und herrlichen Landschaften. Aber kennen Sie das? Man geht begeistert los, fühlt sich fit, genießt die Landschaft und denkt, man könnte immer so weiterlaufen.

Predigt zu 2. Korinther 4
Foto: Martina Heins

Aber nach einigen Stunden kann der Weg auch sehr mühsam werden, immer bergauf und bergab, weit und breit keine Gaststätte in Sicht, die Beine tun weh, die mitgenommenen Getränke aufgebraucht und das Ziel ist immer noch weit weg. Ein schönes kaltes Getränk würde jetzt gut tun.

Genauso ergeht es uns mit der Wanderung durch unser Leben:

In der Jugend gehen wir voller Freude und Kraft ins Leben. Das Lebensgefühl ist: Wir schaffen das! Keine Herausforderung ist zu groß. Wir müssen es nur richtig anpacken. Schüler im Religionsunterricht sagten häufig: Du musst nur an dich glauben, dann kannst du alles schaffen, was du willst. Es gibt im Leben auch viele wunderschöne Dinge: großartige Menschen als Begleiter, glückliche Zeiten, tägliche Gaben Gottes. Dann ist das Leben schön und leicht. Es gibt aber auch viele schwere Zeiten: Enttäuschungen, Verletzungen, verpasste Gelegenheiten oder falsche Entscheidungen, Krankheit und Tod, Sorgen, Ängste, usw. Im Laufe des Lebens wird der Rucksack immer schwerer und je älter man wird, desto weniger wird die Kraft und desto schwerer kann es werden, zuversichtlich und optimistisch zu bleiben. Sie wissen ja, die physische Kraft schwindet ab dem 23. Lebensjahr und auch die seelische Spannkraft lässt im Alter nach.

Aber wir müssen weiterwandern durch das Leben, doch wohin? Kommen wir nach der Lebenswanderung nun irgendwo an oder brechen wir einfach zusammen: tot, Ende, das war´s?

Die Frage ist, ob ich an die Auferstehung zum ewigen Leben glaube oder nicht.
Wenn ich nicht an die Auferstehung glaube, dann endet mein Leben damit, dass ich irgendwann zusammenbreche und tot bin;

dann ist jede Erfahrung, dass meine Kraft weniger wird schon ein Vorbote des Todes, die Erinnerung an das Ende, wo ich überhaupt keine Kraft mehr haben werde. Älter und schwächer werden zeigt mir dann schon, dass ich einmal verlieren werde. Mir bleibt dann nur, entweder zu resignieren und müde zu werden oder mir etwas vorzumachen und Alter und Schwachheit zu verdrängen

Wenn ich aber weiß, dass am Ende ein Zuhause bei Gott auf mich wartet,

wo ich Ruhe und Frieden finde, Geborgenheit und ein rundum gutes Leben, dann gibt mir das immer wieder neue Kraft und neuen Mut auf dem Weg; dann bekommt die Tatsache, dass meine Kraft weniger wird und ich vieles nicht erreichen kann, immer weniger Bedeutung, und umso wichtiger ist, dass ich alles dafür tue, dass ich das Ziel erreiche und mich mit Christus verbinde.

So erleben wir im Leben manches Schöne und manches Schwere

und manchmal geht der Weg auch durch die „Hölle“ und wir sind mit unserer Kraft am Ende, aber wenn wir die feste Hoffnung auf ein wunderbares Ziel in der Ewigkeit Gottes haben, dann gibt uns das Kraft auf dem Weg. Und alles, was wir hier erleben, Schönes oder Schweres, es geht vorbei, ist vergänglich und unbedeutend gegenüber dem, was uns bei Gott erwartet, was nicht vergeht, sondern ewig ist.
Und so kann Paulus sagen: Ich baue nicht auf das Sichtbare, auf das, was es hier in der Welt zu erleben geht, denn das geht alles vorüber. Ich baue auf das Unsichtbare, was ewig ist, was noch kommt. Meine natürlichen Kräfte werden aufgebraucht, aber die Verbindung mit Gott, die wird nicht weniger, sondern jeden Tag erneuert, und das gibt mir immer wieder Mut. Darum sind mir auch die Leiden nicht so wichtig, denn sie sind nichts gegenüber der Herrlichkeit, die auf uns wartet, und die alle unsere Vorstellungen übersteigt.

Aber gibt es die Ewigkeit überhaupt?

Diese zweifelnde Frage höre ich immer wieder, auch von vielen Menschen, die sich selbst als Christen bezeichnen: „Kann ja sein, aber; es wäre schön, aber…“ Was meinen Sie? Und wenn es sie gibt, kommen wir dann dahin?         

Ich bin mir ganz sicher, dass es die Ewigkeit gibt und dass wir da auch hinkommen können.

Woher ich das weiß? Ich frage Sie: Haben Sie einen Menschen, dem Sie ganz und gar vertrauen oder wenigsten so einigermaßen. Glauben Sie, dass dieser Mensch Sie in einer ganz wichtigen Sache belügen und Ihnen damit schaden würde. Wenn Sie einen solchen Menschen haben, dann glauben Sie sicher nicht, dass er Sie belügen würde, denn dann würden Sie ihm nicht vertrauen. So ist das Wissen um die Ewigkeit eine Frage des Vertrauens in Jesus Christus. Ich vertraue ihm, dass er uns in keiner Sache und schon gar nicht in dieser wichtigen Sache belügt und uns schadet, sondern uns die Wahrheit sagt. Deshalb muss es eigentlich nicht heißen „Ich glaube an Jesus“, sondern „Ich glaube Jesus“. Ihm glauben heißt doch nichts anderes als ihm vertrauen.

Wenn Sie zweifeln, dann schauen sie sich Christus an. Kann man ihm vertrauen?

Wenn man überhaupt jemand vertrauen kann, dann doch ihm. Und er sagt, dass er aus der Ewigkeit gekommen ist, sie kennt, dass er beim Vater war und wieder dort hingeht. Und er sagt, wenn wir ihm vertrauen, uns mit ihm verbinden, dann bringt er uns auch dahin. Deswegen ist er ja überhaupt in die Welt gekommen und ist gestorben, damit wir dahin kommen.
Unsere Wanderung durch das Leben endet nicht im Tod, im Nichts, sondern bei Jesus, in der Ewigkeit, zuhause beim himmlischen Vater.

Diese Hoffnung, Gewissheit ist das Wunderbarste an unserem Glauben. Es gibt nichts Größeres auf der Welt.

Und deshalb: Lasst uns nicht lange bei dem stehenbleiben, was hier schön ist und uns daran klammern; auch nicht daran, was hier schwer ist, dass unsere Kräfte nachlassen und dass wir irgendwann sterben müssen. Das alles ist vergänglich, sondern richten wir unseren Blick fest auf diese unumstößliche und überwältigende  Hoffnung, auf das Ziel unseres Lebens: eine Ewigkeit mit und bei unserem himmlischen Vater. Wenn wir den Blick immer auf Jesus richten, dann wird die Gewissheit dieser Hoffnung sich tief in unserem Herzen verankern.

Und solange wir noch auf unserem Weg sind, auf der Wanderung durch das Leben, sind wir auch da nicht allein, Wir haben einen wunderbaren Begleiter: Jesus selbst.

Wir können bei ihm unsere Lasten abgeben und neu anfangen. Wenn wir einsam sind, er ist da. Wenn uns Sorgen und Ängste umtreiben, nimmt er sie uns ab und zeigt uns, dass wir davon frei werden können. Wir können Vergebung empfangen und anderen vergeben und damit alles Alte und Belastende abladen und jeden Tag neu anfangen. Wir bekommen immer neue Kraft aus der sprudelnden Quelle der Ewigkeit. Und wenn wir darauf bauen, dann kann es zwar sein, dass die natürlichen Lebenskräfte weniger werden, aber dann erfahren wir auch, dass das Leben, das Gott schenkt, in uns immer größer und reicher wird: Trost, Hoffnung, Geborgenheit, Liebe, Freude, Zuversicht, etc. Das gibt uns dann Mut und Kraft für unseren Weg zum Ziel.

So können wir als Christen getrost durch das Leben wandern, mit Christus an unserer Seite und auf das wunderbare Ziele der Ewigkeit zu.

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch ein Lied mitgeben, das zu meinen Lieblingsliedern zählt:

Predigt zu 2. Korinther 4
Foto: Martina Heins

1. Ich bin durch die Welt gegangen, und die Welt ist schön und groß, und doch ziehet mein Verlangen mich weit von der Erde los.
2. Ich habe die Menschen gesehen, und sie suchen spät und früh;
sie schaffen, sie kommen und gehen, und ihr Leben ist Arbeit und Müh.
3. Sie suchen, was sie nicht finden, in Liebe und Ehre und Glück
und kommen belastet mit Sünden und unbefriedigt zurück.
4. Es ist eine Ruhe vorhanden für das arme, müde Herz!
Sagt es laut in allen Landen: Hier ist gestillet der Schmerz.
5. Es ist eine Ruhe gefunden für alle fern und nah
in des Gotteslammes Wunden am Kreuz auf Golgatha.

Predigt zu 2. Korinther 4, 16-18