Missionarisch leben

Siehe auch:     Mission – worum es geht!

                          Missionarische Gemeinde               

1. Jeder Christ ist ein Botschafter Jesu

Wer an Jesus glaubt und ihm nachfolgen will, der ist auch gleichzeitig berufen, seine Sendung in die Welt fortzusetzen und seine Botschaft zu den Menschen zu bringen.

Jesus wurde von Gott in die Welt gesandt, um den Menschen Gottes Liebe zu zeigen und sie in die Gemeinschaft mit Gott zurückzuholen. Am Ende eines jeden Evangeliums und zu Beginn der Apostelgeschichte gibt Jesus seinen Jüngern den Auftrag, diese Aufgabe in seinem Namen weiterzuführen. Die Apostelgeschichte zeigt die Erfüllung dieses Auftrages durch den Heiligen Geist mit den ersten Christen als Werkzeuge des Heiligen Geistes. Jeder Christ ist auch heute dazu beauftragt und gesandt, Werkzeug des Heiligen Geistes zu sein. Missionarisch bedeutet, an dieser Sendung teilzuhaben. Als Christen haben wir den Glauben an Jesus nicht nur für uns, damit wir in die Ewigkeit kommen, damit wir seine Liebe, seinen Trost, seine Hoffnung und alles andere von ihm empfangen, sondern wir sind immer auch in seinem Dienst, um anderen Menschen zu zeigen, dass sie das alles auch bei Jesus erfahren können.

Wo hat der missionarische Auftrag seinen Platz in unserem Leben?

Es gibt in jedem Leben zahlreiche Bereiche wie zum Beispiel Familie, Freundeskreis, Beruf, Kirchengemeinde, Hobbys und Vereinsleben. Viele Christen platzieren den missionarischen Auftrag in einen neuen Bereich oder delegieren ihn in einen vorhandenen Bereich wie zum Beispiel die Kirchengemeinde. Doch Jesus meint uns immer als ganzen Menschen. So wie er uns als ganzen Menschen mit allen Bereichen zum Glauben einlädt und in die Nachfolge ruft, so gilt unser missionarischer Auftrag auch für alle Bereiche unseres Lebens. Kein Bereich ist davon ausgeschlossen und er gilt in keinem Bereich mehr als in einem anderen.

Jeder hat auch einen einzigartigen Charakter, besondere Begabungen und erlernte Fähigkeiten.

Manche Menschen denken, für eine missionarisches Leben bräuchte man besondere Begabungen und Fähigkeiten und einen entsprechenden Charakter, aber das ist nicht der Fall. Jesus gebraucht jeden Menschen so, wie er ist. Natürlich verändert Jesus uns, wenn wir mit ihm verbunden sind, schenkt uns vielleicht auch neue Gaben, und wir können auch neue Fähigkeiten erlernen, aber das ist keine Voraussetzung für ein missionarisches Leben, sondern etwas, was im Laufe des Lebens und des Dienstes für Jesus mit uns passieren kann. Jeder Christ soll mit dem, wie er ist und was er hat, an Jesu Sendung und Auftrag mitwirken. Dazu sind wir mit unserem ganzen Leben und in jeder Minute berufen.

Die Frage ist:

Glauben wir eigentlich, dass unser Dienst für Jesus wichtig und unbedingt notwendig ist? Glauben wir, dass die Menschen für dieses Leben und für die Ewigkeit Jesus brauchen und dass es nichts besseres und wichtigeres für sie gibt, als an Jesus zu glauben und in einer Beziehung zu ihm zu leben? Glauben wir, dass es ein Ausdruck der Liebe ist, ihnen Jesus nahezubringen? Für ein missionarisches Leben ist es wichtig, dass Jesus immer mehr die Mitte unseres Denkens und Handelns wird und wir uns anfüllen lassen von seiner Liebe zu den Menschen. Jesus sehnt sich nach den Menschen. Wollen wir ihm helfen, dass seine Sehnsucht gestillt wird?

2. Missionarisch leben durch Wort und Tat!

Es sollte selbstverständlich sein, dass beides zusammengehört, denn beides ist Teil unseres ganzen Lebens und Jesus will, dass wir ihm mit unserem ganzen Leben dienen.

Es geht aber in beidem darum, dass wir durch Wort und Tat nicht auf uns selbst hinweisen, sondern auf Jesus. Wer einseitig auf das Tun Wert legt und meint, das Reden von Jesus sei nicht notwendig, muss sich fragen lassen, wie denn die Menschen erkennen sollen, dass seine Taten nicht das Produkt seiner eigenen „guten Werke“ sind, sondern von Jesus durch den Heiligen Geist bewirkt werden. Wer nur redet und das Tun für nicht so wichtig hält, muss damit rechnen, als unglaubwürdig und scheinheilig angesehen zu werden. Die Frucht des Glaubens ist immer Reden und Tun. Mit beidem sollen wir auf Jesus hinweisen.

Dabei spielt es natürlich eine Rolle, welche Gaben bei einem Menschen stärker ausgebildet sind.

Wer ein guter Redner ist, wird darauf einen Schwerpunkt legen, und wer gut zuhören oder auf andere Weise anderen Menschen helfen kann, wird das vornehmlich tun. Aber auch ein guter Redner wird in der Lage sein, durch sein Tun, anderen zu helfen, und wer mit anderen Menschen über Fußball, seinen Beruf oder über Kinder und Enkel reden kann, der kann mit ihnen auch über den Glauben an Jesus reden. Es geht immer darum, als ganzer Mensch auf Jesus hinzuweisen und Jesus zu den Menschen zu bringen.

Keiner muss perfekt sein, aber ehrlich sollten wir sein.

Wenn wir versuchen, aus Liebe zu Christus und zu den Menschen das Richtige zu tun und zu sagen, dann dürfen wir auch Fehler machen. Wir leben aus der Gnade und der Vergebung. Schwierig wird es, wenn Christen sich als moralisch integer darstellen möchten. Das führt nicht selten zu einer Doppelmoral, die nach außen etwas anderes darstellt, als im Verborgenen wirklich vorhanden ist. Ehrlichkeit über die eigene Unzulänglichkeit ist ein besserer Hinweis auf Christus als das Vorzeigen von Vollkommenheit, denn es zeigt, dass ein Christ nicht aus einer eigenen Gerechtigkeit heraus lebt, sondern aus der Gnade, Vergebung und Liebe Jesu Christi. Wir müssen auch nicht alles wissen und jede Frage beantworten können. Wir müssen auch nicht so tun, als würden wir alles in der Bibel verstehen. Wichtig ist, dass deutlich wird, dass wir von Jesus ergriffen sind und auf ihn hinweisen wollen.

Unser Reden und Tun sollte in Einklang miteinander stehen.

Dazu gehört auch der Hinweis auf die eigene Unvollkommenheit und der Hinweis auf die Vollkommenheit Jesu. Wir sollen keinen Menschen von uns selbst überzeugen, sondern von Christus. Es ist deshalb nicht hilfreich, wenn Christen darauf verweisen, was sie selbst alles Gutes tun. Das gilt auch für Gemeinden und Kirchen. Der Hinweis auf die eigenen guten Werke ist ein Zeichen von Selbstgerechtigkeit, der Hinweis auf Jesus ist dagegen ein Zeichen für das Leben aus der Gnade. Diese Abhängigkeit von der Gnade Jesu soll in unserem Reden und Tun deutlich werden. Wir wollen die Menschen auch nicht von einer wie auch immer gearteten Moral überzeugen, sondern von Jesus.

Tun und Reden ist Ausdruck der Liebe zu Christus und zu den Menschen.

Es geht darum, Christus in seinem Wunsch zu helfen, Menschen in die ewige Gemeinschaft mit Gott zu holen, und den Menschen das Wichtigste und Beste für ihr Leben zu geben und darauf hinzuweisen. Das ist Jesus Christus! Es nicht zu tun, wäre lieblos. Wenn ein Mensch krank ist und wir wüssten von einer Medizin, die ihm helfen kann, wäre es doch auch lieblos, sie ihm nicht zu geben oder ihm davon nicht zu erzählen. Ob er sie annimmt, liegt dann allein in seiner Entscheidung. Es geht also im missionarischen Leben nicht darum, einem Menschen irgendetwas aufzudrängen, sondern ihm in Liebe zu helfen, eine Verbindung zu Jesus zu bekommen.

3. In der Liebe Christi anderen Menschen helfen!

Wie können wir anderen Menschen sinnvoll und richtig helfen?

Die Antwort ist nicht einfach, denn Helfen gehört zu den schwierigsten Dingen des Lebens. Zum einen wissen wir oft nicht, was die richtige Hilfe für einen Menschen ist. Zum anderen müssen wir uns fragen, welche Auswirkungen unsere Hilfe für den einen Menschen auf andere Menschen hat. Fühlen sie sich zum Beispiel dadurch benachteiligt, entsteht dadurch Neid und Eifersucht, oder führt die gegebene Hilfe dazu, dass der, dem geholfen wurde, anschließend schlecht mit anderen Menschen umgeht. Und drittens müssen wir berücksichtigen, welche Auswirkungen das auf uns selbst hat und wo die Grenze unserer Möglichkeiten liegt. So kann zum Beispiel die übermäßige Hilfe für einen süchtigen oder anderweitig kranken Menschen dazu führen, dass wir selbst nach kurzer Zeit am Boden liegen und dann gar nicht mehr helfen können. Wenn wir uns überfordern, sind wir auch nicht mehr in der Lage, die Liebe Christi auszustrahlen.

Helfen darf nicht von Emotionen des Mitleids oder der Sympathie geleitet werden, sondern mit Herz und Verstand von der Liebe Christi.

Wer sich von Emotionen des Mitleids leiten lässt, der entmündigt sich selbst und macht sich zum Sklaven desjenigen, der Hilfe möchte. Die Erfahrung zeigt außerdem, dass Menschen, die sich davon leiten lassen, sich selbst überfordern und nach kurzer Zeit ihre Hilfe einstellen oder zumindest einstellen möchten, weil sie mit ihrer Kraft am Ende sind. Wer mit Herz und Verstand helfen will, der fragt von der Liebe Christi her, was die richtige Hilfe ist und versucht die drei Punkte, die ich im vorherigen Abschnitt beschrieben habe, zu berücksichtigen. Er bleibt aber der Souverän in der Entscheidung, welche Hilfe angemessen und richtig ist. Dabei können dann auch Emotionen entstehen, aber sie sind zweitrangig.

Ein Christ kann nicht der ganzen Welt helfen, aber er kann da helfen, wo er lebt und gefragt ist.

Zuallererst gilt unsere Hilfe unseren Mitchristen, dann aber auch zum Beispiel unseren Kollegen, Vereinsmitgliedern, Familie und Nachbarn. Die ständige Beschäftigung mit den Problemen in der weiten Welt führt leider oft dazu, dass die benötigte Hilfe im eigenen Umfeld übersehen wird. Wer sich dazu berufen weiß, sich für die Probleme in der weiten Welt einzusetzen, der soll das tun. Aber allein das Reden über die Weltprobleme und die Diskussionen darüber sind noch keine Hilfe, sondern oft ein Alibi, das Menschen ein Gefühl gibt, etwas für die Probleme in der Welt zu tun. Für die meisten Christen sind jedoch die Menschen aus dem eigenen Umfeld diejenigen, die sie als „Nächste“ lieben sollen, denn der „Nächste“ ist der, mit ich es gerade zu tun habe. Das kann zum Beispiel die Kassiererin an der Kasse oder die Bedienung im Restaurant sein, die ein freundliches Wort brauchen, oder auch ein Mensch, dem wir beim Spaziergang im Ort begegnen. Oft ist es sogar eine größere Herausforderung, die Menschen aus dem eigenen Umfeld zu lieben als die „fernen Nächsten“ in der Welt. Es geht aber immer darum, andere Menschen auf Christus hinzuweisen und ihnen durch das eigene Verhalten, den Zugang zu Jesus zu ebnen. Wer von der Liebe Christi redet, aber Menschen mit Zorn, Ablehnung und Bitterkeit begegnet, entfernt sich von der Liebe Christi.

4. Über den Glauben reden

Jeder, der reden kann, kann auch über seinen Glauben reden.

Was uns begeistert, darüber können wir auch reden. Jesus sagt schon in Lukas 6, 45: „Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund!“ Es ist nicht notwendig, bei jeder unpassenden Gelegenheit vom Glauben zu reden. Wir empfinden es auch als unhöflich und respektlos, wenn jemand ständig über sein eigenes Thema redet, ohne zu fragen, ob es die anderen interessiert. Es muss auch keiner von Haus zu Haus gehen, Straßenevangelisationen durchführen oder große Reden halten, es sei denn, er fühlt sich dazu begabt und berufen. Jeder Christ sollte aber bereit sein, über seinen Glauben an Jesus zu reden, wenn die Situation es hergibt oder erfordert. In 1. Petrus 3, 15 heißt es: „Seid immer bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand fragt, warum ihr so von Hoffnung erfüllt seid.“

Jedes Gespräch über den Glauben hat drei Pole: mein Gesprächspartner, ich selbst und die Botschaft Jesu, und die Aufgabe ist, diese drei Pole in die richtige Beziehung zu setzen.

Zunächst geht es um den Gesprächspartner und die Frage, wer er ist. Welche Erfahrungen hat er bislang mit Glauben und Kirche gemacht, welche Schulbildung und welchen Beruf hat er und was bewegt ihn in seinem Leben? Geht er auf Abwehr, wenn es um den Glauben geht oder ist er neugierig und interessiert? Das sind nur ein paar beispielhafte Fragen, um den Gesprächspartner kennenzulernen. Aber daran entscheidet sich, wie ich angemessen mit ihm reden sollte.
Als zweites muss ich mich selbst ehrlich befragen, zum Beispiel: Was bewegt mich, mit ihm über den Glauben zu reden? Ist es Pflichtgefühl, Übereifer oder will ich ihm aus Liebe wirklich helfen. Habe ich Angst vor dem Gespräch, Angst mich zu blamieren oder etwas Falsches zu sagen? Was ich sage, entspricht das ehrlicherweise meinen persönlichen Erfahrungen mit der Botschaft Jesu oder sind es nur erlernte Sätze und fromme Floskeln? Bin ich bereit, mich aus Liebe ganz auf den Gesprächspartner einzustellen oder ziehe ich mich auf eine fromme und kirchliche Sprache zurück?
Und drittens muss ich überlegen, welche Aussage aus der vielfältigen Botschaft Jesu, meinem Gesprächspartner wirklich hilft. Nicht jedes Wort Jesu passt in jede Situation. Wenn ich diese drei Pole in die richtige Beziehung setze, ist das die beste Voraussetzung für ein gutes Gespräch über den Glauben und ein Ausdruck der Liebe zu meinem Gesprächspartner. Auch wenn sich das ein wenig kompliziert anhört, ist es doch ganz einfach, denn wenn jemand Gott, seinen Nächsten und sich selbst liebt, geschieht das alles ganz automatisch. Deshalb fasst Jesus alle Gebote zusammen in dem sogenannten „Dreifachgebot der Liebe“ aus Matthäus 22, 37-40: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt[2]« 38 Dies ist das höchste und erste Gebot. 39 Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« 40 In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“

Wir sollen unserem Gesprächspartner keine biblische Wahrheit verschweigen, aber wir müssen ihm auch nicht jede biblische Wahrheit „um die Ohrenschlagen“

nach dem Motto: „Gottes Wort trifft immer ins Ziel. Es geht nicht darum, eine „richtige Lehre“ zu verbreiten, sondern darum, dem Gesprächspartner eine Beziehung zu Jesus zu ermöglichen. Mit der „richtigen Lehre“ sollten wir bescheiden umgehen, denn was wahr und richtig ist, werden wir erst in der Ewigkeit erfahren, so wie Paulus in 1. Korinther 13, 12 sagt: „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.“ Nicht unsere Meinung über den Glauben sind „der Weg, die Wahrheit und das Leben“, sondern Jesus Christus ist es. Darum gehört zum Gespräch über den Glauben immer auch die Demut gegenüber der biblischen Botschaft und die Liebe zum Gesprächspartner.

In solchen Gesprächen ist auch ein bisschen Humor sehr hilfreich.

Wenn wir verkrampft sind und meinen, wir müssten die Bibel, Jesus oder unseren Glauben verteidigen, dann ist das ein Zeichen von Angst und nicht von Liebe. Wir müssen nichts verteidigen, sondern wir wollen aus Liebe unseren Gesprächspartner auf Jesus hinweisen, damit er das Beste und Wichtigste für sein Leben bei Jesus findet. Es geht nicht um uns, dass wir gut dastehen, sondern es geht um unseren Gesprächspartner.

Vom Glauben reden ist eine selbstverständliche Lebensäußerung von Christen.

Es gehört zum Christsein dazu. In Apostelgeschichte 4, 20 sagen die Jünger: „Wir können es ja nicht lassen von dem zu reden, was wir gehört und gesehen haben.“ Voraussetzung ist, dass wir selber von Jesus begeistert sind und davon überzeugt sind, dass die Menschen für dieses Leben und für die Ewigkeit Jesus wirklich brauchen. Wenn wir unserem Gesprächspartner mit Liebe begegnen, werden wir mit Mut und Fantasie die richtigen Worte finden und den nötigen Humor entwickeln. Der beste Lehrer dafür ist Jesus selbst.

5. Es geht nur mit Christus und seinem Heiligen Geist!

Für ein missionarisches Leben müssen wir uns anfüllen lassen mit dem Heiligen Geist.

Er ist die Kraft, die uns zu dieser Liebe hin verändert, uns von Jesus begeistert und zu den Menschen in Bewegung setzt. Bei Jesus selbst können wir sehen und lernen, was es heißt, ganz vom Heiligen Geist erfüllt in der vollkommenen Liebe Gottes zu leben. Missionarisches Leben entsteht nicht durch eigene Kraft oder angelernte Methoden, sondern allein durch die verändernde und begeisternde Kraft des Heiligen Geistes. Wenn sie da ist, können wir anfangen, unsere Kräfte zu mobilisieren und methodisch etwas dazulernen, aber ohne sie geht es nicht, wie Jesus in Johannes 15, 5 sagt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun.“

Der Heilige Geist ist für uns eine ständige Quelle der Kraft und der Liebe.

Die „Orte“, an denen wir uns mit dem Heiligen Geist anfüllen lassen können, sind die Beschäftigung mit der biblischen Botschaft, die liebende Gemeinschaft mit anderen Christen, das Abendmahl und das Gebet. So wird es von der ersten Gemeinde in Apostelgeschichte 2, 42 berichtet. Damit unser Glaube, unsere Liebe und unsere Hoffnung nicht müde werden, unsere Begeisterung nicht nachlässt und wir in schweren Zeiten treu in der Nachfolge Jesu bleiben, müssen wir diese „Orte“ aufsuchen, denn durch sie strömt die Kraft Jesu in uns hinein.

Allein der Heilige Geist kann Menschen für Jesus gewinnen.

Unsere Aufgabe ist es, die „Saat“ des Evangeliums auszustreuen, indem wir unseren Glauben bezeugen, von unseren Erfahrungen mit Jesus erzählen und die Botschaft Jesu weitersagen. Jede Art, Menschen Angst zu machen, zu drohen oder Druck auf sie auszuüben ist menschliches Werk, und führt nicht nur nicht zum „Erfolg“, sondern ist schädlich. Allein der Heilige Geist kann bewirken, dass die „Saat“ des Evangeliums in einem Menschen aufgeht. Allein der Heilige Geist kann Menschen dazu bewegen, an Jesus zu glauben, ihr Leben Jesus anzuvertrauen und ihm nachzufolgen.

6. Schlussbemerkungen:

Wenn die Liebe zu Christus und zu den Menschen in uns ist,

und wir der Überzeugung sind, dass es für einen Menschen nichts Besseres und Wichtigeres gibt, als Jesus kennenzulernen, dann lasst uns mutig und mit viel Fantasie auf die Menschen zugehen und ihnen Jesus nahebringen. Als Christen sind wir zuallererst nicht für uns selbst da, sondern dafür, dass wir mit Christus seinen Auftrag, Gott und Menschen wieder zusammenzubringen, fortsetzen und erfüllen. Die Sendung ist das ein und alles für jeden Christen und macht sein Leben außerordentlich sinnvoll.

Auch wenn die meisten Menschen mit dem Glauben an Jesus wenig anfangen können oder ihn sogar ablehnen,

brauchen wir nicht ängstlich und mutlos umherzugehen, sondern können selbstbewusst von Jesus reden, denn er ist nicht nur unser Herr, sondern der Herr der Welt, und er ist immer bei uns. In Johannes 16, 33 sagt Jesus seinen Jüngern: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Schließen will ich mit dem Missionsauftrag aus Matthäus 28, 18-20:

18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ 

Die Bibeltexte sind überwiegend der Lutherbibel 1984 und 2017 entnommen. Außerdem wird auch die Gute Nachricht verwendet.

Bibelausgaben in verschiedenen Übersetzungen finden Sie bei der Deutschen Bibelgesellschaft