Predigt zu 1. Samuel 16, 7
am 2. Sonntag nach Ostern (Misericordias Domini)
mit Konfirmation

Predigt zu 1. Samuel 16,7 2. Sonntag nach Ostern Misericordias Domini mit Konfirmation Herz Jesus Christus Gott sieht das Herz an Herz auf der Seiser Alm Südtirol Dolomiten
Gott spricht: „Ein Mensch sieht, was in die Augen fällt; ich aber sehe ins Herz.“

Ein junger Mann

steigt aus seinem Sportwagen. Er ist braun gebrannt mit einem muskulösen Körper und hat die Sonnenbrille auf der Stirn. Die jungen Mädchen, die ihn sehen, denken: Der sieht ja toll aus, der ist richtig cool. Dabei ist er vielleicht ein richtiger Softie und Versager.

In der Stadt laufen viele junge Frauen mit einer Top-Figur und topgekleidet und natürlich mit Sonnenbrille. Was denken die Männer? Das ist eine rassige Frau. Dabei ist sie vielleicht total langweilig und zickig.

Andere träumen von

einem Leben mit viel Geld und berühmt sein, mit einer Villa mit Garten und Swimmingpool oder Hallenbad, privatem Tennisplatz oder Golfplatz und anderem Luxus. Dabei sagt das überhaupt noch nichts darüber aus, ob dieses Leben glücklich sein wird, denn

ob jemand glücklich wird, entscheidet sich an anderen Dingen

So lassen wir uns immer wieder blenden von Äußerlichkeiten. Wir sehen die Welt wie ein Schaufenster und stehen staunend und gierig davor. Aber: “The show must go on!“ Wir bleiben so schnell an der Oberfläche hängen und verpassen dabei das Leben.

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Liebe Konfirmanden, ich möchte euch und allen anderen heute einen Rat geben:
Schaut durch die Oberfläche hindurch! Lebt euer Leben in der Tiefe!

Ich will es mit einem Erlebnis verdeutlichen:

Für einen besonderen Anlass musste ich mir einen Smoking kaufen. Ich hatte keine Ahnung, wo man so etwas bekommt. Also habe ich nach Geschäften gegoogelt und bin dann losgefahren. Ein Geschäft lag in einer etwas heruntergekommenen Gegend. Der Laden sah aus wie eine Gebrauchtwarenhalle oder ein „Second hand shop“. Zuerst wollte ich gar nicht reingehen, weil ich befürchtete, dort nur schlechte Ware zu bekommen. Aber dann erlebte ich eine Überraschung: Es gab dort eine Top-Bedienung, Markenware und günstige Preise. Es war eins der besten Herrenbekleidungsgeschäfte, die ich je erlebt habe. Der Laden hatte „mehr Sein als Schein“.

Es ist egal, ob es sich um Ereignisse, Menschen, Dinge oder uns selbst handelt, die Oberfläche, der äußere Schein ist nicht entscheidend. Viel wichtiger ist das, was sich tief hinter der Oberfläche befindet.

Genauso ist es, wenn es darum geht, was ihr im Leben erreichen wollt, womit ihr euer Leben anfüllen und gestalten wollt: Was oberflächlich toll aussieht, ist es oft gar nicht.

Macht euch die Mühe und lebt nicht an der Oberfläche, lebt nicht oberflächlich, sondern lebt ein Leben in der Tiefe. Dazu will ich drei Beispiele ausführen:

1. Genießt das Schöne des Lebens!

Da stimmen wahrscheinlich alle zu und denken: natürlich: immer her damit. Davon kann ich nicht genug bekommen. Aber wir tun es so wenig. Meistens genießen wir nicht, sondern wir konsumieren.
Wir schaufeln eine Sache nach der anderen in uns hinein: Einkäufe an Geräten, Bekleidung, Auto, Essen, Begegnungen mit Menschen, Freundlichkeiten, Reisen, Erfolge und vieles mehr. Und doch bringt es uns nicht wirklich Freude und Erfüllung im Leben.

Genießen heißt, sich wirklich daran freuen und begreifen, dass mein Leben dadurch reich und schön wird und es dadurch reich und schön werden lassen.

Wenn wir das Schöne genießen, verändert das unser Leben. Wir werden dankbarer, zufriedener und fröhlicher und merken: Ich brauche nicht ständig etwas Neues, sondern was ich habe, reicht völlig aus. Wir lernen, sorgfältiger und verantwortungsvoller mit allem umzugehen, weil wir merken, wie kostbar es ist, wie schön und wichtig für unser Leben, und wir erfahren Gott als liebenden und barmherzigen Gott.

Konsumiert nicht das Leben, sondern genießt, was Gott euch schenkt.

Predigt zu 1. Samuel 16,7 2. Sonntag nach Ostern Misericordias Domini mit Konfirmation schwere zeiten im Leben hindurchgehen Nebelweg 2. Nehmt auch das Schwere im Leben an!

Etwas Schweres im Leben mag eigentlich keiner, oder?

Wer hat schon gerne Probleme und Schwierigkeiten, ist einsam oder traurig? Wer erlebt schon gerne Enttäuschungen, Niederlagen oder Scheitern?

Trotzdem werden aus den schweren Zeiten oft die wichtigsten Zeiten des Lebens.

In diesen Zeiten können wir viel lernen. So frage ich dann immer: Gott, was willst du mir damit zeigen? Handle ich vielleicht falsch und soll sich mein Leben ändern, damit es besser wird? Binde ich mich innerlich zu stark an irgendetwas und soll ich davon freier werden? Gott hat mir in solchen schweren Zeiten oft viel für mein Leben gezeigt.
Das Leben gewinnt an Tiefe. Unsere Persönlichkeit reift dadurch und wird stärker und etwas weiser. Wir werden dankbarer für das Schöne, das wir im Leben haben und können es besser genießen, und wir begreifen, was wirklich wichtig ist im Leben und was nicht.

Aber: Um schwere Zeiten anzunehmen, durchzustehen und daran zu wachsen, brauchen wir einen festen Halt im Glauben an Jesus.

3. Darum geht in die Tiefe, wenn es um den Glauben an Jesus geht.

Die Oberfläche ist manchmal nicht schön.

Manche Kirchengemeinden sind langweilig, manche Pastoren unsympathisch und manche Kirchen und ihre Vertreter missbrauchen ihre Macht und ihren Einfluss. Die Liste kann man unendlich weiterführen. Viele bleiben dabeistehen und lehnen deshalb den Glauben an Jesus ab.

Dabei verbirgt sich hinter dieser manchmal schlechten Oberfläche ein großartiger Schatz: Das ist Jesu Wort, Jesus selbst!

Der Glaube an Jesus ist etwas ganz anderes als diese Oberflächen, die oft täuschen. Es gibt keinen besseren Halt, Orientierung, Hoffnung, Sinn im Leben als den, den Jesus uns gibt. Für mich persönlich wäre es zum Beispiel schwer, wenn ich die Gesundheit verlieren würde, aber das Schlimmste wäre, ohne Jesus zu sein.

Beschäftigt euch mit dem Glauben, um die ganze Tiefe und den ganzen Reichtum zu erfahren. Bleibt dran an Jesus mit Beten, Bibel lesen und der Gemeinschaft mit anderen Christen.

Nicht oberflächlich, sondern in der Tiefe zu leben, das lernt man am besten von Jesus.
Bei unserem Vers aus 1. Samuel 16, 7

ging es um die Wahl eines neuen Königs für Israel. Samuel sollte unter 12 Söhnen einen aussuchen. Er sucht ihn bei den Großen und Starken. Gott hatte aber den Kleinsten und Unbedeutendsten ausgesucht: David, der später der größte König in der Geschichte Israels wird.

Auch bei Jesus sehen wir das.

Bei ihm ist alles, was er erlebt und tut sinnvoll: das Schöne und das Schwere. Er sieht immer durch die Fassade der Menschen hindurch. Denkt nur daran, wie er mit der Hure, Maria, umgegangen ist, der Ehebrecherin oder dem Zöllner, Zachäus. Wir erleben das, wie er auch mit uns selbst umgeht. Ihn interessiert nicht, was wir scheinen oder darstellen, sondern uns selbst.

Predigt zu 1. Samuel 16,7 2. Sonntag nach ostern Misericordias Domini mit Konfirmation 1. Korinther 1,18-25 Sonntag Invokavit Kreuz Gottes Liebe in Christus Jesus Herz

 


Jesus sieht hindurch durch die Oberfläche, weil er uns liebt.

Und so wie Jesus dich mit seiner Liebe ansieht und durch deine Oberfläche tief in dein Herz schaut, so sollst auch du mit dir selbst umgehen, wenn du dich selbst und dein Leben ansiehst.

Es kommt nicht darauf an, was du erreichst wie du bei anderen ankommst, was du leisten kannst, was gut ankommt. Das ist alles Oberfläche. Wichtig ist, was du im Herzen hast, ob Jesus da drin ist, seine Liebe, Freundlichkeit, Glauben und Vertrauen, Geborgenheit in Gott, Hoffnung und Zuversicht.

Nehmt Jesus als euren Begleiter und haltet ihn fest, so wie er euch festhält! Lernt von ihm, wirklich zu leben!
Predigt zu 1. Samuel 16, 7
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