Links zu den anderen Predigten der Predigtreihe zum Thema Gebet:
Teil 1- Erhörungsgewissheit
Teil 2 – Richtig beten!
Teil 3 – Gottes Antwort
Predigt zu Johannes 16,33
am Sonntag Estomihi
zum Thema: Gebet –
Teil 4 – Gottes Antwort verstehen

Gott antwortet auf unsere Gebete auf unterschiedliche Weise. Darüber haben wir in der letzten Predigt gesprochen.
Heute geht es um die Frage: Wie können wir Gottes Antwort auch verstehen?
Viele Menschen meinen: Gott erhört mein Gebet nicht, er reagiert nicht. Dabei hat Gott geantwortet, aber sie haben seine Antwort nicht verstanden.
Und dann beginnen die Zweifel:
Stimmt das mit dem Glauben und mit den Zusagen Jesu doch nicht so? Oder andere fragen und zweifeln: Stimmt mit meinem Glauben etwas nicht? Ist mein Glaube nicht stark genug? Bin ich nicht fromm genug?
Wie können wir Gottes Reden, seine Antworten erkennen und verstehen?
Wenn wir Menschen uns verständigen, dann haben wir auch unterschiedliche Wege:
Meistens verständigen wir uns über die direkte Rede. Wir hören die Worte und verstehen sie. Es gibt auch fremde Sprachen oder Fachsprachen, die man lernen kann. Zum anderen können uns auch Stimmungen etwas sagen: Man kommt in einen Raum oder begegnet einer Person und versteht, was los ist. Ganz viel kommunizieren wir auch über die Zeichensprache: Durch Bewegung und Haltung der Hände, Sitzhaltung, Körperhaltung und Gesichtszüge sagen wir bewusst oder unbewusst etwas und haben gelernt, diese Zeichen zu verstehen. In anderen Ländern gibt es andere Zeichen oder die gleichen Zeichen haben andere Bedeutung. Dann können wir sie aber lernen, um sie zu verstehen. Besonders umfangreich ist die Zeichensprache in der Gehörlosensprache.
So hat Gott auch verschiedene Möglichkeiten, uns etwas mitzuteilen.
Viele Arten der Sprache Gottes sind uns unbekannt, aber wir können sie neu lernen.
Ich will hier ein paar Beispiele nennen:
Es ist möglich, dass Gott zu uns in direkter Rede,
die man mit dem Ohr hört, zu uns spricht. Es ist auch in der Bibel eher selten, aber es kommt auch vor, zum Beispiel bei Eli und Samuel in 1. Samuel 1, bei der Bekehrung des Paulus in Apostelgeschichte 9 oder bei der Taufe Jesu in Matthäus 3, 13-17.
Gott redet häufig durch Worte eines anderen Menschen.
Im Alten Testament redet Gott durch die Propheten. Es kann auch durch die Worte einer Predigt geschehen. In Apostelgeschichte 2, 37 heißt es nach der Predigt von Petrus: „Als sie aber das hörten, ging’s ihnen durchs Herz.“ Es können einzelne Sätze sein, durch die uns plötzlich etwas klar wird, was Gott uns sagt. Auch in anderen Zusammenhängen kann Gott durch einen Menschen reden. In einem normalen Gespräch habe ich gemerkt: Das ist die Antwort auf ein Problem. Der andere weiß es bis heute nicht. Gott hat durch ihn geredet.
Gott redet und antwortet durch Taten anderer Menschen.
Der persische Herrscher, Kyros, der die babylonische Gefangenschaft Israels beendet hat war ein Werkzeug Gottes. Zum Beispiel kann ein Besuch, ein Brief, ein freundliches Lächeln, eine Geldspende für andere Menschen eine Botschaft Gottes sein.
Gott redet oft durch einen Bibelvers.
Ein Wort der Bibel trifft dich im Herzen und du weißt plötzlich: Gott meint mich! Ich werde es nie vergessen, als ich während meines Studiums mit tiefen Glaubensfragen innerlich kämpfte, dass viele Worte anderer Menschen und auch Bibelverse nicht geholfen hatten, aber plötzlich wusste ich bei einem Bibelvers: Das ist die Antwort! Vielen Menschen ergeht es so auch bei den täglichen Losungsversen. Sie geben Antwort auf eine bestimmte Situation, ein Problem, eine Frage.
Gott kann durch ein besonderes Ereignis reden,
als eine Mahnung oder als eine Ermutigung Gottes. Gefährliche Situation im Straßenverkehr, Krankheit oder Genesung, Bewahrung oder auch manchmal sind es kleine Ereignisse, durch die Gott zu uns spricht. Vielleicht bremst Gott uns und zeigt uns, dass wir nicht leichtsinnig oder hochmütig sein sollen, oder er ebnet uns einen Weg und sagt: Hab keine Angst, geh mutig voran!
Manchmal redet Gott durch die innere Stimme zu uns.
Das ist kein merkwürdiges Phänomen für Menschen, die nicht ganz normal sind, sondern diese Erfahrung können wir machen, wenn wir uns im Gebet Gott zuwenden und offen sind für eine Antwort. In der Apostelgeschichte sehen wir das zum Beispiel bei Philippus, Paulus und Petrus. Es kann geschehen, wenn wir uns in der Gebetsstille Gott öffnen oder auch zwischendurch im Alltag, wenn Gott uns nach einem kurzen „Stoßgebet sagt: „Tue dies“, „sag das jetzt“ oder „halt den Mund, schweige dazu!“
Die Frage ist, ob wir hinter all diesen Arten der Rede Gottes nur die Oberfläche sehen, dann erkennen wir nicht, dass Gott da redet und wir verstehen seine Sprache nicht.
Eine kleine Geschichte soll das verdeutlichen: Bei einer Sturmflut rettet ein Mann sich auf´s Dach seines Hauses und bittet Gott um Rettung. Als ein Schlauchboot vorbeikommt und ihn mitnehmen will, lehnt er ab mit der Begründung, er vertraue ganz fest darauf, dass Gott ihn retten wird. Ebenso, als ein Rettungsboot und ein Hubschrauber ihn mitnehmen wollen. Schließlich ertrinkt er. Bei Gott angekommen beschwert er sich, er habe ganz auf Gott vertraut und der habe ihn nicht gerettet. Gott antwortet: Ich habe dir ein Schlauchboot, ein Rettungsboot und einen Hubschrauber geschickt, aber du hast meine Hilfe nicht angenommen.
Wie können wir lernen, Gottes Sprache zu verstehen? Darauf will ich kurz in fünf Punkten antworten:
Du musst Jesus mehr kennen lernen,
indem du seine Worte oft liest und zu ihm betest. Je mehr du ihn kennst, desto mehr erkennst du Gottes Sprache. Je mehr du ihn liebst, desto besser verstehst du, was Gott dir sagt.
Lerne beim Beten zu hören!
Meistens denken wir beim Beten nur daran, alles zu sagen. Aber noch wichtiger ist, dass wir hinhören, still werden und uns öffnen für Gott, für seine Antwort.
Bitte um das Wirken des Heiligen Geistes.
Jesus sagt in Johannes 16,33: „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten.“ Er hilft uns, Gottes Sprache zu erkennen und zu verstehen.
Kläre für dich die Frage:
Bin ich offen für seine Wege, vertraue ich ihm, auch wenn die Antwort anders ist? Bin ich bereit, mich verändern zu lassen und neue Wege zu gehen?
Prüfe alles am Wort Jesu:
Gott wird uns nie etwas sagen, was dem Wesen und dem Wort Jesu widerspricht. Jesus sagt in Johannes 14, 26: „Der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“
Natürlich lernen wir das nicht von heute auf Morgen, sondern das ist ein Prozess, in den man hineinwächst, aber diese fünf Punkte helfen, damit man im Lernprozess vorankommt.
Wenn du aber trotz allem Gottes Antwort nicht verstehst, was sollst du dann machen?
Du hast Gott um eine Antwort gebeten, du möchtest von ganzem Herzen seine Antwort verstehen und tun, was er dir sagt, aber du verstehst seine Antwort nicht. Das Leben geht aber weiter, Entscheidungen müssen gefällt werden, es muss etwas getan werden.
Wie sollst du dann damit umgehen? In drei kurzen Antworten will ich auf die Frage eingehen:
Tu das, was du vom Willen Gottes verstehst.
Manchmal bleiben wir Christen zu viel an dem hängen, was wir im Glauben nicht verstehen, anstatt das zu tun und darauf zu vertrauen, was wir schon verstehen. Tue zuerst den dir bekannten Willen Gottes, dann wird Gott dir auch den dir unbekannten Willen Gottes offenbaren.
Befiehl Jesus einfach alles an und vertrau darauf, dass er dein Leben in seiner Hand hat.
Er kennt dich, er weiß, in welcher Situation du bist und er kümmert sich um dich. In Psalm 31, 5 heißt es: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird´s wohl (gut) machen.“
Hab keine Angst und geh mutig vorwärts in deinem Leben.
Geh im Vertrauen, dass Gott sich der Sache annimmt und er dich führt und dir zu gegebener Zeit klare Antworten gibt.
Wenn du dich Jesus anvertraust, dann kümmert er sich um dich.
Er hat ein Interesse daran, dass dein Leben nach seinem Willen verläuft. Und wenn du ihn heute nicht verstehst, dann vielleicht morgen. Er weiß schon, was er tut.


