Predigt zu Johannes 15, 12 am 1. Sonntag nach Ostern (Quasimodogeniti) mit Konfirmation
Thema: In der Liebe leben.
Dies ist mein Gebot: Ihr sollt einander so lieben, wie ich euch geliebt habe.
Die Welt ist ungerecht, viele Menschen sind unfreundlich
und manche in ihrem Verhalten sogar eklig. Es ist oft zum Vergessen! Die Menschen könnten einfach ein bisschen netter und freundlicher sein. Stimmt doch?Dann würde es uns einfach besser gehen. Wir wären besser drauf. Wir alle wollen doch, dass man mit uns freundlich und nett umgeht, uns mag, respektiert, uns annimmt und ein bisschen liebt.
Aber! – Bist du denn immer nett, freundlich, gerecht, gibst Liebe und Anerkennung?
Ja, sagst du: Ich bemühe mich. Aber wenn im Arbeitszeugnis steht „Er hat sich bemüht“, ist das das schlechteste Zeugnis, was jemand bekommen kann, denn es bedeutet „er hat es nicht geschafft“.
Ich würde ja gerne immer nett sein, aber wenn die anderen mir blöd kommen, bekommen die das zu spüren. Wenn zum Beispiel meine Mutter, meine Freundin oder mein Lehrer mich geärgert hat, dann bin ich einfach sauer. Und wenn das Wetter so schlecht ist, der Stau auf der Straße mich aufhält oder mein Handy nicht funktioniert, da fällt es mir schwer, nett zu sein.
Ja, es gibt tausend Gründe, schlecht drauf zu sein und unfreundlich zu sein.
Aber das ist genau das Problem: Mit unseren Gefühlen und Handlungen sind wir immer dabei, auf Impulse von außen zu reagieren. Dadurch gibt es immer wieder einen positiven und negativen Kreislauf, bzw. eine Kettenreaktion.
Wenn ich positive oder negative Impulse bekomme, reagiere ich positiv oder negativ. Und wenn ich positive oder negative Impulse ausstrahle, reagieren die anderen positiv und umgekehrt, und so weiter. So kommt es zu endlosen Ketten und manchmal kommen sie auch zu uns zurück.
Die Frage ist aber: Wo ist der Anfang und was durchbricht eine negative Kette und macht sie zu einer positiven Kette?
Deshalb ziehen viele Menschen sich auf Familie und Freunde zurück in der Hoffnung, dass da wenigstens alles gut ist. Sie suchen sich einen Kreis von Menschen, wo es nett ist, man geliebt, anerkannt und geschätzt wird. Aber wehe, wenn es da nicht mehr nett ist, dann geht es ihnen ganz schlecht.
Jesus sagt in Lukas 6, 32:
„Wollt ihr etwa noch dafür belohnt werden, dass ihr die Menschen liebt, die euch auch lieben? Das tun selbst die Leute, die von Gott nichts wissen wollen.“ Jesus macht deutlich, dass wir dadurch nichts verändern und keine positive Kette in Gang setzen, sondern wir sollen in der Liebe leben, und zwar allen Menschen gegenüber, auch unseren Feinden. Wir müssen nicht alle sympathisch finden, aber allen Gutes tun, freundlich und mit Respekt und gerecht begegnen. Wir sollen die negativen Ketten durchbrechen und Positives ausstrahlen und eine positive Kettenreaktion in Bewegung setzen.
Wie soll das gehen?
Ihr Konfirmanden wisst das!
Heute wollt ihr in die ausgestreckte Hand Jesu einschlagen, Freundschaft mit ihm schließen und euch mit ihm verbinden. Wenn ihr das tut, dann wisst ihr: Ich bin ein Kind Gottes unseres himmlischen Vaters.
Dann wisst ihr auch, wie euer himmlischer Vater mit euch umgeht:
Ihr seid von Gott unendlich geliebt. Das hat er euch in Jesus gezeigt. Er ist nicht nachtragend, sondern ihr dürft immer wieder von vorne mit ihm anfangen. Er ist immer freundlich zu euch und gibt euch täglich Geschenke durch das, was ihr erleben dürft. Und jeder Mensch ist für ihn wertvoll und wichtig.
Die Frage ist: Was ist dir wichtiger?
Wenn die Reaktion der Menschen auf dich das Wichtigste ist, dann wirst du daraus leben wollen, und dann bist davon abhängig, wie sie mit dir umgehen. Das ist wechselhaft, manchmal so und manchmal anders. Und wenn du davon lebst, wirst du genauso wechselhaft hin- und hergeworfen. Diese Quelle für ein vermeintlich gutes Leben kann versiegen und eigentlich ist das kein gutes Leben.
Wenn Jesu Haltung zu dir, was er dir gibt, das Wichtigste ist, dann ist das deine Quelle für einen ständigen positiven Impuls.
Was deine Quelle ist, wird dich bestimmen, deine Stimmung, Gefühle und Taten.
Durch die Verbindung mit Jesus sollt ihr zu liebenden Menschen werden, indem ihr seine Liebe im Herzen habt. Deshalb sollt ihr mit Jesus verbunden bleiben
Und nun geht auch hinaus ins Leben und bringt diese Liebe, das positive Leben in die Welt. Jesus sagt: Liebt, wie ich euch liebe!
Zeigt anderen gegenüber Liebe, Respekt, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Rücksicht und alles, was ihr von Jesus erfahren habt. Wenn euch jemand ärgert und die Stimmung verdirbt, zum Beispiel heute, in der Schule oder bei der Arbeit, dann könnt ihr den negativen Kreislauf durchbrechen und einen positiven schaffen. Ihr könnt natürlich in die Welt, ins Leben gehen und allen zeigen, wie intelligent, sportlich, musikalisch, künstlerisch, fähig ihr seid, damit die Menschen sagen: der oder die ist aber toll. Aber Paulus sagt in 1. Korinther 13, 1-3: „Ohne die Liebe ist das alles nichts.“
Sicher könnt ihr nicht die ganze Welt verändern, aber ihr könnt für einzelne Menschen etwas „Paradies schaffen.“
Erinnert euch an die Geschichte von den Seesternen, die wir in einem Film gesehen haben: Viele Seesterne werden aus dem Meer an den Strand getrieben und müssen dort verenden. Ein Junge fängt an, sie ins Meer zu werfen. Da kommt der Vater und sagt: „Das hat keinen Zweck. Du siehst doch, wie viele es sind.“ „Ja“, sagt der Junge, „aber – und zeigt einen Seestern – diesem kann ich helfen.
Ihr könnt viel bewirken und viele positive Kettenreaktionen in Bewegung setzen.
Und wenn ihr meint, dass die Welt so unfreundlich und ungerecht ist, dann wisst ihr, dass die Welt genau das braucht. Sie braucht euch als Christen, die aus der Quelle Jesu leben und diese Liebe weitergeben. Lasst euch nicht von einem Geist antreiben, der nur den eigenen Erfolg, den eigenen Vorteil und die Bequemlichkeit sieht, sondern lasst euch vom Geist Jesu antreiben,
Dieser Geist bringt Liebe, Kraft und Mut in euer Leben und macht euer Leben zu einer sinnvollen Reise.
Dadurch wird euer Leben sinnvoll und erfüllt und glücklich. Nicht durch das, was ihr von Menschen bekommt, werdet ihr glücklich und wird euer Leben sinnvoll machen, sondern durch das, was ihr im Sinne Jesu Gutes tut, in seiner Liebe tut.
Dazu wünsche ich euch Gottes Segen.

