Predigt zu Johannes 8, 36 am Sonntag Jubilate
mit Konfirmation zum Thema:
Frei werden durch Jesus!
Jesus sagt: „Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei.“
Stellt euch vor, ihr habt einen Blumentopf mit einer kleinen Pflanze vor euch. Es ist eine Blume.
Das Ziel für diese Pflanze ist, dass sie wächst und aufblüht. Dazu muss sie frei wachsen können!
Genauso ist es bei den Menschen. Ein Mensch soll sich frei entfalten können, damit seine eigene Persönlichkeit voll zur Geltung kommt.
Wenn ein Mensch frei ist, dann spürt und sieht man das. Das ist wunderschön:
Er kann seine Gaben entfalten und sein Leben damit positiv gestalten. Er geht fröhlich und selbstbewusst durch den Tag und wird das Leben als sinnvoll empfinden. Mit sich selbst und der Welt lebt er in Frieden.
Jesus sagt in Johannes 15, 16: „Ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu bestimmt, reiche Frucht zu bringen, Frucht, die Bestand hat.“ Er möchte, dass wir sinnvoll leben und uns als sinnvoll erkennen. In Johannes 16, 33 sagt Jesus: „Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt.“ Es geht um einen Frieden, den Jesus uns schenkt und den wir im Herzen haben. Und in Johannes 15, 11 sagt er: „Ich habe euch dies gesagt, damit meine Freude euch erfüllt und an eurer Freude nichts mehr fehlt.“ Wie großartig ist das, dass uns diese Freude erfüllt und uns nichts an Freude fehlt.
Ganz anders ist das, wenn wir gefangen sind, niedergedrückt werden.
Nehmen wir noch einmal als Beispiel die Blume: Sie kann nicht wachsen, wenn man einen Topf darüber stellt oder einen Gegenstand darauflegt. Dann geht sie ein und wird nicht aufblühen. Genauso ist es bei den Menschen.
Wir sind oft „gefangen“, machen uns abhängig von Menschen und Dingen und lassen uns von ihnen niederdrücken und erdrücken. Fast immer sind es die Menschen und Dinge, von denen wir am meisten Gutes erwarten.
Oder denken Sie, Sie sind frei?
Waren Sie noch nie verzweifelt oder hatten Angst vor der Zukunft, haben Sie sich noch nie einsam oder unverstanden gefühlt, oder hatten das Gefühl, dass Sie nur noch funktionieren und in Sachzwängen und Pflichten gefangen sind, aber nicht mehr wirklich leben?
Das liegt immer an den Menschen und Dingen, von denen wir ein erfülltes Leben und Glück erwarten.
Ich will ein paar Beispiele nennen:
Ein Jugendlicher verliebt sich bis über beide Ohren:
Er bekommt einen verklärten Blick und ist einfach glücklich, sein Verhalten, seine Gewohnheiten und seine Kleidung verändern sich so sehr, dass die Eltern ihn nicht wiedererkennen. Dann ist er plötzlich tief traurig und verzweifelt. Er hat Liebeskummer. Dieser eine Mensch, in den er sich verliebt hatte, bestimmt sein Verhalten und entscheidet damit über sein Glück und seine Traurigkeit. Er hat sich abhängig gemacht.
Wenn man einen Freundeskreis hat, ist das etwas Schönes.
Oft passiert es aber, weil man dazu gehören will, dass man sich anpasst an das Verhalten der Gruppe. Wenn man akzeptiert wird und drin ist, ist das schön, aber wehe man fällt raus durch eigene Fehler, oder weil man nicht mehr passt, dann ist man sehr einsam. Man hat sich abhängig gemacht von den Freunden.
Ein junges Ehepaar wünscht sich so sehr ein eigenes Haus, und dann bauen sie.
Alles ist darauf abgestimmt: Zeit und Geld, Urlaubspläne, Kinderwunsch und Freizeitgestaltung. Alles scheint nach Plan zu laufen, aber dann kommt die Scheidung oder Arbeitslosigkeit und alles Glück ist vorbei. Ihre Welt bricht zusammen. Sie hatten sich von ihrem Wunsch abhängig gemacht.
Ein junger Mann ist gesund und kräftig.
Er fühlt sich stark, braucht keinen Glauben an Jesus oder andere Menschen, aber dann passiert ein Unfall, eine Krankheit und alles ist vorbei. Sein Leben war abhängig von der eigenen Gesundheit und Kraft.
Das, wovon wir unser Glück und unsere Zufriedenheit erwarten, macht uns abhängig.
Es bestimmt unser Verhalten, zum Beispiel im Umgang mit Zeit und Geld und mit anderen Menschen.
Dasselbe kann uns ganz glücklich machen und auch in tiefe Traurigkeit und Verzweiflung stürzen,
wenn wir es nicht mehr haben. Wir kämpfen, um es zu bekommen, wenn wir es haben, haben wir Angst, es zu verlieren, und wenn wir es verlieren, dann geht es uns schlecht.
Jesus macht deutlich: Das ist die Gefangenschaft in der Sünde, gefangen in Abhängigkeiten, die uns von unserer Bestimmung, unserem Ziel fernhalten, dass wir uns frei entfalten können und sinnvoll und glücklich leben können.
Jesus sagt: „Ich mache euch frei!“
„Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei.“ Und Paulus schreibt in Galater 5, 1: “Zur Freiheit hat euch Christus berufen; werdet nicht wieder der Menschen Knechte.“
Durch Jesus können wir frei werden, um uns im Sinne Gottes zu entfalten und zu leben, ohne dass wir niedergedrückt und abhängig werden.
Frei werde ich, wenn ich entdecke, dass ich diese Abhängigkeiten nicht mehr brauche, weil ich bei Jesus viel mehr bekomme.
Denn wo bekomme ich mehr Halt und Geborgenheit als bei Jesus? Wo bekomme ich mehr Sicherheit, dass ich keine Angst mehr vor der Zukunft haben muss? Wo bekomme ich mehr Anerkennung und Wertschätzung als bei Jesus? Wo bekomme ich eine bessere Orientierung für ein sinnvolles Leben? Wo bekomme ich eine bessere Antwort auf das Sterben und den Tod als bei Jesus?
Wenn ich das alles bei Jesus finde, dann brauche ich nicht mehr abhängig zu sein von der Anerkennung der Menschen, von der Gesundheit und Kraft oder von der Sicherheit der materiellen Dinge.
Durch Jesus werde ich frei, …
… um zu entdecken, wer ich wirklich bin,
unabhängig von der Meinung anderer Menschen. Wie oft sind wir gefangen im Urteil anderer Menschen über uns: Eltern, Freunde, Kollegen und andere beurteilen uns und halten uns gefangen in festen „Schubladen“. Durch Jesus werde ich frei, um selbstbewusst meine Gaben und Stärken zu entdecken und meine Schwächen zu akzeptieren.
… um in der Gegenwart zu leben
und nicht mehr in der Vergangenheit gefangen zu sein, in den Verletzungen oder der eigenen Schuld, nicht mehr gefangen in der Sorge um die Zukunft, sondern mit Jesus kann ich jetzt den Tag dankbar genießen und verantwortlich gestalten.
… um etwas Sinnvolles aus meinem Leben zu machen,
etwas Sinnvolles zu tun. Ich muss nicht mehr in den Sachzwängen hängen, nur zu funktionieren, sondern kann aktiv selber leben; ich muss nicht mehr immer um mich selbst kreisen, sondern bekomme Mut zum Handeln, zur Courage, auch gegen die Mehrheit der Menschen.
Mit Jesus entwickele ich mich zu einer unverwechselbaren Persönlichkeit.
Ich bin nicht mehr eine geformte Masse durch die Meinung anderer Menschen; nicht nur eine Nummer unter vielen, sondern eine besondere „Blüte im Garten Gottes“.
Zu dieser Freiheit hat uns Christus berufen. In dieser Freiheit sollt ihr leben, ganz besonders die Konfirmanden,
Aber dazu müssen wir drei Dinge tun:
Unsere Abhängigkeiten erkennen. Was uns am Wichtigsten ist und worauf wir nicht verzichten möchten, das macht uns abhängig.
Uns Jesus zuwenden! Ihm sollen wir glauben, auch wenn wir Zweifel haben. Auf sein Wort sollen wir vertrauen, auch wenn alle um uns herum etwas anderes sagen und tun.
Bei Jesus bleiben! Von ihm sollen wir die Freiheit lernen, indem wir uns mit seinem Wort beschäftigen, beten und tun, was er sagt. Er ist unser Herr in unserem ganzen Leben. Nur er darf uns bestimmen.