Predigt zu Kolosser 3, 17 am Sonntag Rogate
mit Konfirmation zum Thema:
Im Sinne Jesu das Leben aktiv gestalten!
Jesus sagt: „Alles, was ihr tut und ihr sagt, soll zu erkennen geben, dass ihr Jesus, dem Herrn gehört.“
Liebe Konfirmanden, das Leben liegt vor euch, ihr geht jetzt darauf zu.
Was meint ihr, was wird es euch bringen an Glück, Freude, Liebe, Erfolg und Ereignissen. Was werdet ihr aus eurem Leben machen? Da kommt im Laufe der Jahre viel auf euch zu: Menschen, Aufgaben, Ereignisse, Probleme, Schönes und Schlechtes.
Es gibt grundsätzlich zwei sehr unterschiedliche Arten, auf das Leben zuzugehen:
Die erste ist: Ich warte ab, was auf mich zukommt, bleibe passiv, und dann reagiere ich entsprechend.
Was davon positiv ist, nehme ich auf, konsumiere es und fülle damit mein Leben für eine bestimmte Zeit an. Dann geht es mir richtig gut. Davon erhoffe ich mir Glück und ein erfülltes Leben. Was negativ ist, versuche ich beiseitezuschieben und niederzukämpfen. Ich lebe passiv, konsumierend oder reagierend. Das ist eine durchaus gängige Methode, auf das Leben zuzugehen, bzw. darauf zu warten, dass etwas geschieht.
Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass ich auf das Leben zugehe und es gestalten will, egal was kommt.
Von dem, was auf mich zukommt, erwarte ich für mich gar nicht so viel Glück und Erfüllung, sondern ich gehe aktiv darauf zu und frage, wie kann ich es positiv gestalten. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, das Leben zu gestalten, zum Beispiel Herausforderungen bei mir selbst, Menschen, denen ich begegne, die Gesellschaft und Arbeitswelt und mein privates Leben. Auf diese Weise lebe ich aktiv, gestaltend und agierend.
Beide Lebensweisen sind in uns drin, in jedem. Die Frage ist, was stärker ist.
Viele Menschen denken, aktiv gestalten ist anstrengend und mühsam. Glücklicher werde ich durch das Positive, das ich konsumieren kann, zum Beispiel nette Menschen, PC-Spiele, Urlaub, rumhängen oder sonst etwas. Doch nach meiner Erfahrung ist genau das Gegenteil der Fall:
Zum einen, weil das Positive, das auf mich zukommt, nur kurz hält, und zum anderen, weil das Negative uns immer stärker bestimmt, schwerer wiegt und uns runterzieht. Zum Beispiel bestimmt uns ein nerviger Mensch mehr als 10 nette Menschen. Es ist anstrengend und kräftezehrend, das Negative beiseite zu schieben und es kommt meistens wieder.
Das Leben positiv gestalten erfüllt uns, gibt Sinn, stärkt die Persönlichkeit, gibt Selbstwertgefühl, gibt neue Kraft, …- und macht glücklicher.
Liebe Konfirmanden: Das sollt ihr tun: Geht ins Leben – nicht passiv, konsumierend, sondern gestaltet das Leben, die Welt, seid aktiv.
Wenn Jesus sagt: Tut mein Wort, lebt danach, seid meine Zeugen, folgt mir nach, dann will er immer, dass wir das Leben aktiv gestalten.
Wenn es darum geht, etwas aufzunehmen, dann redet er nie von dem, was die Welt uns gibt, sondern von dem, was Gott uns gibt. In Psalm 73, 28 heißt es: „Dir (Gott) nahe zu sein ist mein ganzes Glück.“ Als Jünger Jesu sollen wir aktiv das Leben und die Welt gestalten. Was wir passiv aufnehmen sollen, finden wir bei Gott. Unser aktives Gestalten geht in Richtung unseres Lebens und der Welt.
Dazu beruft Jesus uns, beauftragt er uns und heute auch euch.
Es gibt natürlich auch einiges, was dagegensteht, euch behindert, so zu leben. Ich will nur ein paar Punkte nennen:
Faulheit und Bequemlichkeit: Wenn man den Hintern nicht hochbekommt, wie will man dann das Leben und die Welt gestalten?
Unordentlichkeit: Wenn ihr es nicht einmal schafft, euer Zimmer zu gestalten, wie wollt ihr dann das Leben und die Welt gestalten?
Stolz und Hochmut: Wer meint, er kann und weiß schon alles, und muss nichts mehr lernen, wird seine Persönlichkeit nicht entfalten.
Anerkennung suchen: In der Sucht nach Anerkennung verbiegen wir uns, wollen anders sein, als wir sind und werden zu Modepuppen oder Kopien anderer Personen.
Das alles gibt es, aber ich hoffe, dass es euch nicht betrifft.
Damit wir wirklich gut in das Leben gehen können, schafft Jesus die Voraussetzungen. Vier Dinge möchte ich euch heute sagen:
1.Mit Jesus haben wir eine Kraftquelle.
Meistens suchen Menschen ihre Kraftquelle in der Anerkennung durch andere Menschen. Sie sollen bestätigen, wie schön oder cool sie sind, oder sollen ihre Leistungen und Erfolge bewundern. Sie meinen, wenn sie das erreichen, dann bekommen sie neue Kraft für die nächsten Herausforderungen im Leben. Aber das ist ein großer Irrtum. Zum einen gibt das nur kurzfristig neue Kraft und zum anderen kann diese Kraftquelle schnell versiegen, wenn die Anerkennung und Bewunderung ausbleiben. Bei Jesus haben wir eine Kraftquelle, die nie versiegt. Er gibt uns einen Wert und Sinn, der immer bleibt. Wir müssen uns nicht mehr abhängig machen von schlechten Kraftquellen.
2. Jesus hat euch eure einzigartige Persönlichkeit gegeben, mit besonderen Gaben und Dingen, die euch in besonderer Weise begeistern.
Jeder ist auf seine Weise einzigartig, besonders wertvoll und gut, ein einzigartiges Kunstwerk vom größten Künstler der Welt, von Gott. Es ist wichtig, dass sich jeder selbst entdeckt und sieht was Gott ihm mitgegeben hat an Gaben, Persönlichkeit, Möglichkeiten und anderem mehr. Entdeckt das und lasst es euch nicht zerstören. Viele Menschen verbiegen sich, weil sie sein wollen wie andere, zum Beispiel Personen aus der Werbung, Top-Models, Sportler oder Bekannte. Werbung und Wirtschaft wollen uns zu Einheitsmenschen machen, indem was wir denken, anziehen, kaufen und tun, um viel zu konsumieren und Geld auszugeben. Ich kann jedem nur raten: Lebe deine einzigartige Persönlichkeit! Das macht zufrieden und erfüllt.
3. Jesus gibt sich selbst als bester Begleiter und Freund.
Er ist immer für dich da, bei allen Herausforderungen, Aufgaben, Problemen und Sorgen. Er lässt dich nie im Stich, nie allein, du kannst ihm immer vertrauen. Er hält dich, wenn du nicht mehr kannst, gibt dir neue Kraft. Bei ihm darfst du immer wieder neu anfangen. Er hält dir deine Fehler nicht vor. Alles, was es in Gottes Welt gibt, ist für dich da an Liebe, Freude, Hoffnung, Mut, Frieden, wertvoll sein und anderem. Er lebt! Die Tür zur Ewigkeit Gottes steht offen, für dich. Und am Ende schenkt er dir das ewige Leben, eine wunderbare Gewissheit.
4. Jesus gibt dir eine Leitlinie, wie du das Leben und deine Umwelt positiv gestalten kannst.
Du kannst dazu beitragen, dass alles, was dir begegnet, aufblühen kann, leben kann. Du sollst ein bisschen „Paradies“ schaffen und Liebe, Freude, Hoffnung und alles, was Gott dir gibt, zu den Menschen bringen und ihr Leben damit bereichern. Du musst nicht die ganze Welt verändern, aber die Welt, die dich umgibt, kannst du verändern, dein Leben und das Leben anderer. „Wie würde Gott das jetzt machen?“ „Was würde Jesus sagen, was ich tun soll?“ Das sind die Fragen, denn wir sind Gottes Stellvertreter in seiner Welt.
„Alles, was ihr tut und ihr sagt, soll zu erkennen geben, dass ihr Jesus, dem Herrn gehört.“
Es ist alles da, damit ihr euer Leben und die Welt gestalten könnt für ein erfülltes und sinnvolles Leben.
Liebe Konfirmanden, geht nicht den falschen Weg,
in dem ihr euer Leben von dem erwartet, was die Welt euch anbietet, oder indem ihr eure eigene Persönlichkeit geringschätzt und missachtet. Verschwendet nicht das, was Gott euch gegeben hat, indem ihr es nicht nutzt.