Predigt zu Epheser 6, 10-18
zum Thema:
Fußball – Glaube – Gemeinde –
Teil 5: Fußball ist Kampfsport
Fußball ist ein Kampfsport!
Manche Menschen haben mit dem Wort „kämpfen“ ihre Schwierigkeit, weil es so militärisch klingt. Wer jedoch meint, er könne in seinem Leben ohne Kämpfen auskommen, der wird manche Niederlage erleiden, die er mit ein bisschen Kämpfen vermeiden könnte.
Die Frage ist immer, wofür und wie wir kämpfen?
1. Die Fußballspieler haben immer das Ziel vor Augen, zu gewinnen, und für dieses Ziel wird gekämpft.
Es geht in erster Linie nicht darum, schön zu spielen, sondern zu gewinnen. Die Zuschauer erwarten einen Sieg und hoffentlich ein schönes Spiel, und es ist gut, wenn es schön ist, aber die Hauptsache ist es, zu gewinnen. In Interviews nach einem Spiel hört man häufig den Satz: „Heute konnten wir keinen Schönheitspreis gewinnen. Es zählt nur der Sieg.“ Es geht nicht darum eine angenehme Zeit auf dem Platz verbringen. Das kann das Ziel von Freizeitfußballern sein, aber nicht von einer Mannschaft, die im Wettbewerb steht. Das Ziel ist der Sieg, die Meisterschaft.
2. Für dieses Ziel muss jeder auf seiner Position vollen Einsatz bringen und sein Bestes geben.
Stellt euch vor, die Spieler sehen sich während des Spiels gemütlich das Stadion an und sagen nachher dem Trainer: „Man muss doch auch Augen für die Umgebung haben. Das muss man nicht so eng sehen.“, oder die Spieler unterhalten sich während des Spiels mit den Zuschauern und sagen nachher: „Man muss sich doch auch kennenlernen und Beziehungen aufbauen. Das ist wichtig. Ich lasse mir nichts vorschreiben.“ Habt ihr schon einmal gehört, wie die Zuschauer schimpfen, wenn die Mannschaft nicht kämpft. Dann heißt es: „Sie verdienen viel Geld, aber tun nichts.“ Zu Recht wird von jedem Spieler voller Einsatz verlangt. Wenn nur ein paar kämpfen und die anderen nicht, dann können die paar sich abrackern und die Mannschaft verliert doch.
3. Die Sportler kämpfen mit den Mitteln, die ihrem Sport angemessen sind.
Fußball spielt man nicht mit Fäusten, Schlägen oder Ringkämpfen. Jeder Sport hat seine Regeln. Wenn jemand nicht nach diesen Regeln spielt, dann wird es angezeigt und es gibt einen Freistoß oder Elfmeter und bei einem schweren Foul wird der Spieler vom Platz gestellt. Danach geht das Spiel weiter.
4. Auch um das Miteinander gibt man sich Mühe, soweit es für das Ziel notwendig ist.
Es geht nicht darum, dass alle Freunde werden und sich sympathisch finden, oder dass man sich beleidigt zurückzieht, wenn ein anderer schief guckt oder nicht freundlich genug gegrüßt hat. Während des Spiels kann es vorkommen, dass die Spieler sich anschreien, schimpfen und sich gegenseitig puschen. Solche Sachen gehören einfach dazu und werden nicht übelgenommen. Sie wollen gewinnen und nicht in erster Linie nett zueinander sein. Wenn es dennoch Probleme gibt, werden die in einer Aussprache geklärt und dann abgehakt. Es geht um das Ziel. Alle wollen gemeinsam gewinnen, und alles andere ist diesem Ziel untergeordnet.
Kämpfen beim Fußball, das geht ja noch, aber Kirche und Kämpfen, passt das zusammen?
Allein schon mit dem Thema haben sicherlich viele ihre Schwierigkeiten. Warum ist das so? Wir kämpfen doch auch sonst an vielen Stellen: Wir kämpfen für den Erfolg am Arbeitsplatz, für die richtige Richtung in der Gesellschaft und Politik, für mehr Geld, für gute Noten in der Schule und für viele andere Dinge.
Da wird es von allen akzeptiert, aber wenn es um die Kirche, die Gemeinde oder den Glauben geht, wird es zum Problem. Warum ist das so?
Manche sagen: Man muss überall kämpfen, dann will ich wenigsten nicht auch noch da kämpfen müssen. Andere wollen gar nicht kämpfen, auch im Alltag nicht. Sie möchten, dass alles bequem ist und ihnen alles serviert wird. Die anderen, der Staat soll dafür sorgen, dass es ihnen gut geht. Diese Haltung wird dann in die Kirche hineingebracht. Als weitere Begründung wird dann das geistliche Argument herangezogen, dass wir aus reiner Liebe von Gott angenommen werden und nicht wegen unserer Leistung, also spielt Leistung in der Kirche keine Rolle. Die Aussage, dass wir aus reiner Liebe von Gott angenommen werden, ist richtig, aber die Folgerung ist falsch. Richtig muss es heißen: Wir sind von Gott angenommen aus Liebe und darum sollen wir kämpfen.
Paulus sagt in 1. Timotheus 6, 12: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist.“
Das Kämpfen gehörte immer dazu, weil es hier um mehr geht als alles andere, um die Ewigkeit für uns Menschen.
Jesus hat in der Versuchung in Matthäus 4, 1-11 und im Garten Gethsemane in Matthäus 26, 36-46 gekämpft. Die Jünger, die Kirchenväter, und viele Christen im Laufe der Jahrhunderte mussten viele Kämpfe durchstehen, weil sie verfolgt wurden. Für die Zeit des 3. Reiches wird die Auseinandersetzung zwischen Christen und den Nazis als Kirchenkampf beschrieben. Viele haben ihr Leben dafür gelassen. Andere biblische Begriffe für Kampf und Kämpfen sind zum Beispiel ausharren, geduldig sein, ertragen, treu sein. Der Unterschied ist, dass wir bei anderen Kämpfen aus der Mannschaft fliegen, wenn wir versagen. Bei Gott können wir immer wieder neu anfangen.
So gehört auch zum Mannschaftsspiel der Christen das Kämpfen.
1. Die Gemeinde hat ein Ziel.
Es ist kein selbstgestecktes Ziel, sondern Jesu Ziel. Er ist Herr der Welt. Aber es gibt viele Bewerber, die über unser eigenes Leben und über die Gestaltung der Welt bestimmen wollen. Christus möchte, dass sein Wesen mit Liebe, Vergebung, Freude und anderen Eigenschaften in unserem Leben und in der Welt bestimmend wird, die Meisterschaft gewinnt. Für diesen Wunsch Christi zu arbeiten, ist Sinn und Ziel der Gemeinde.
Es geht also nicht in erster Linie darum, dass alles schön, angenehm und gemütlich ist.
Es ist gut, wenn es mal so ist, so wie wir es uns vielleicht manchmal wünschen. Das ist aber nicht das Ziel der Gemeinde. Alles in der Gemeinde soll dem einen Ziel dienen, dass der Wunsch Christi in unserem Leben und in der Welt in Erfüllung geht.
In der Kirche und in manchen Gemeinden kann man manchmal den Eindruck gewinnen, dass sie gegen den Abstieg kämpfen oder sich mit einem gesicherten Mittelplatz zufriedengeben, aber Christus möchte mehr.
2. Jeder Christ soll für dieses Ziel sein Bestes geben.
Ein Christ soll nicht haupt- oder ehrenamtlichen Mitarbeitern zuliebe in der christlichen Gemeinschaft mitarbeiten, bzw. kämpfen, auch nicht der Gemeinde zuliebe, sondern Christus zuliebe. Christus hat uns alles gegeben, darum geben Christen ihr Bestes für ihn. Unser Lohn steht schon fest und der ist riesengroß, egal ob wir gut oder schlecht kämpfen, die Ewigkeit mit Christus. Wir setzen uns nicht ein, um mehr Lohn oder Dank von Gott oder Menschen zu bekommen, sondern weil Christus uns schon alles geschenkt hat, weil er uns überhäuft hat mit Liebe, Fürsorge und Schutz. Deshalb wollen wir für ihn unser Bestes an Zeit, Kraft, Geld und anderen Dingen geben, an dem Platz, den er für uns vorgesehen hat.
3. Christus hat uns für unsere Kämpfen Mittel und Regel gegeben, die dem entsprechen, wofür er mit uns arbeiten möchte.
In Epheser 6, 10-18 schreibt Paulus:
„10 Noch ein letztes Wort: Werdet stark durch die Verbindung mit dem Herrn! Lasst euch stärken von seiner Kraft! 11 Legt die Waffen an, die Gott euch gibt, dann können euch die Schliche des Teufels nichts anhaben. 12 Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen. Wir kämpfen gegen unsichtbare Mächte und Gewalten, gegen die bösen Geister, die diese finstere Welt beherrschen. 13 Darum greift zu den Waffen Gottes! Wenn dann der schlimme Tag kommt, könnt ihr Widerstand leisten, jeden Feind niederkämpfen und siegreich das Feld behaupten. 14 Seid also bereit! Legt die Wahrheit als Gürtel um und die Gerechtigkeit als Panzer an. 15 Bekleidet euch an den Füßen mit der Bereitschaft, die Gute Nachricht vom Frieden mit Gott zu verkünden. 16 Vor allem haltet das Vertrauen auf Gott als Schild vor euch, mit dem ihr alle Brandpfeile des Satans abfangen könnt. 17 Die Gewissheit eurer Rettung sei euer Helm und das Wort Gottes das Schwert, das der Geist euch gibt. 18 Betet dabei zu jeder Zeit und bittet Gott in der Kraft seines Geistes. Seid wach und hört nicht auf, für alle Gläubigen zu beten.“ Die weltlichen Mittel wie Machtkampf, Lobby schaffen, verurteilen, Stimmung machen passen nicht dazu.
4. Konflikte und Fehler entstehen auch in der Gemeinde.
Wir sind noch in der Welt. Die Frage ist, wie wir damit umgehen. Viele Konflikte in der Gemeinde entstehen, weil völlig falsche Erwartungen an die Gemeinde herangetragen werden. Die Gemeinde ist zum Beispiel nicht dafür zuständig, dass jeder seinen Bedarf an Kuschel- und Streicheleinheiten gedeckt bekommt. Die Gemeinde ist auch nicht dafür da, jedem sein Selbstwertgefühl zu geben und ihn entsprechend zu ehren, damit er zufrieden ist. Durch falsche Erwartungen entstehen falsche Konflikte. Wenn es Reiberein in unserem Spiel gibt, weil der eine sich unfair benommen hat, oder weil es Missverständnisse gibt, dann sollten wir diese Konflikte mit den Mitteln lösen, die Christus uns gegeben hat.
Das beste Mittel, um Konflikte zu bereinigen, das wir als Christen haben, ist
nicht die Rechthaberei, der Urteilsspruch, der über den anderen sagt, dass er unmöglich ist, oder die Therapie mit Aufarbeitung aller Probleme, sondern die Vergebung, die dem anderen einen Neuanfang erlaubt, um dann wieder gemeinsam für das Ziel zu arbeiten.
Das Leben in der Gemeinde ist kein Kinderspiel, sondern es geht um die Ewigkeit.
Christus soll als Herr der Welt in unserem Leben und in der Welt alles bestimmen und dahin verändern. Deshalb gehört auch das Kämpfen, die Geduld und Treue dazu, aus Liebe zu Christus.
Predigt zu Epheser 6, 10-18 zum Thema: Fußball – Glaube – Gemeinde – Teil 5: Fußball ist Kampfsport
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