Predigt zu Römer 12, 4-6a
zum Thema:
Fußball – Glaube – Gemeinde –
Teil 3: Christus will ein gutes Mannschaftsspiel   

4 Denkt an den menschlichen Leib: Er bildet ein lebendiges Ganzes und hat doch viele Teile, und jeder Teil hat seine besondere Funktion. 5 So ist es auch mit uns: Als Menschen, die zu Christus gehören, bilden wir alle ein unteilbares Ganzes; aber als Einzelne stehen wir zueinander wie Teile mit ihrer besonderen Funktion. 6 Wir haben ganz verschiedene Gaben, so wie Gott sie uns in seiner Gnade zugeteilt hat.

Im Fußball geht es darum, Spiele zu gewinnen und möglichst Meister zu werden. Dazu braucht man nicht nur gute Einzelspieler, sondern auch ein gutes Mannschaftsspiel. Das gilt auch für eine christliche Gemeinde.

Wie sieht ein gutes Mannschaftsspiel in einer Fußballmannschaft aus? Dazu will ich vier Punkte nennen:

1. Jeder gibt sein Bestes für die Mannschaft,

indem er das, was er kann, als Torwart, Verteidiger, Mittelfeldspieler oder Stürmer einbringt. Einige Spieler können nicht sagen: Wirtz, übernimm du auch meine Aufgabe, du bist der bessere Spieler. Er ist vielleicht von der Gesamtveranlagung besser, aber er kann nicht alles machen. Auch er ist auf die anderen angewiesen. Nur, wenn jeder auf seinem Platz das Beste gibt, und zwar für die ganze Mannschaft, kann die Mannschaft gut sein. Sympathien oder Antipathien gegenüber anderen Mitspielern dürfen dabei keine Rolle spielen.

2. Die Einzelspieler müssen sich gegenseitig ergänzen.

Es spielt nicht jeder für sich guten Fußball. Sie müssen sich gegenseitig den Ball zuspielen, und zwar möglichst genau. Wichtig ist auch das „Spiel ohne Ball“, das heißt, auch wenn sie nichts zu tun haben, müssen sie sich anbieten und in Gedanken mitspielen und überlegen, welcher Spielzug als nächstes kommen könnte. Außerdem müssen sie sich helfen, wenn die eigene Mannschaft unter Druck gerät oder dringend noch das Siegtor schießen will. Dann müssen Stürmer auch mit verteidigen oder Verteidiger mit angreifen. Zur Not geht auch der Torwart dann nach vorne. Und wenn jemand einen Fehler macht, müssen die anderen bereit sein, diesen Fehler wieder auszubügeln. Dabei geht es nicht um Lust oder Laune, sodass der eigene Platz vernachlässigt wird, sondern es dient immer dem Ziel zu gewinnen.

3. Um zu gewinnen, spielt die Mannschaft nach einer bestimmten Taktik.

Je nach dem Gegner spielt sie entweder mehr defensiv oder offensiv, mehr über die Flügel oder durch die Mitte und manche Spielzüge sind genau einstudiert. Wie das Zusammenspiel läuft richtet sich nicht nach persönlicher Sympathie, persönlichen Animositäten oder spontanen Einfällen, sondern es hängt mit der Taktik zusammen. Spontanität und Phantasie sind innerhalb dieses Rahmens wichtig, und wenn die Taktik nicht funktioniert oder die eigene Mannschaft unter Druck gerät sind spontane Entscheidungen erforderlich. Spontan sein heißt nicht, lax sein, sondern bedeutet eine schnelle Reaktion auf eine unvorhergesehene Situation mit vollster Konzentration und vollstem Einsatz. Es kann nicht jeder zwischendurch sagen: Mir ist heute nicht danach, ich habe eine andere Meinung. Man kann vorher und nachher diskutieren, aber während des Spiels müssen alle an einem Strang ziehen. Entscheidend ist hier auch das Vertrauen zum Trainer. Wenn das nicht da ist, dann kann das Mannschaftsspiel nicht gut laufen.

4. Viel Entscheidendes für das Spiel geschieht in der Kabine, vor dem Spiel, nach dem Spiel und in der Pause.

Da können sich Trainer und Spieler ermutigen, indem sie trösten, sich ermahnen, schimpfen, um sich für das Spiel aufzuputschen. Es ist nicht hilfreich, wenn sie sich gegenseitig schlecht machen und demotivieren. Und nach dem Spiel sind sie alle zusammen traurig oder freuen sich zusammen, aber das alte Spiel wird schnell abgehakt und man konzentriert sich auf das nächste Spiel.

Häufig besteht das Problem von Mannschaften darin, dass sie zwar gute Einzelspieler haben, aber als Mannschaft nicht funktionieren.

Ein Spieler, der nicht bereit ist, sich als eine besondere Persönlichkeit in die Mannschaft einzufügen, wird für die Mannschaft unbrauchbar. Fußballspieler binden sich nicht eine Mannschaft ein, weil es ihnen so gefällt, sondern weil sie wissen, dass sie nur so das Ziel erreichen können.

Als Christen muss sich jeder die Frage stellen: Bin ich bereit, mich um des Ziels willen, dass Christus in unserem Leben und in dieser Weltmeister werden will, mich in die Mannschaft einzufügen und eine gute Mannschaft zu werden, oder will ich mich nur als Einzelspieler profilieren und andere übertreffen?

Christus hat uns in seiner Mannschaft aufgestellt. Als christliche Gemeinde sind wir nicht eine Ansammlung von Einzelspielern, sondern eine Mannschaft, mit der Christus sein Ziel erreichen will. Das bedeutet:

1. Jeder gibt sein Bestes, auf seinem Platz. 

Was ich als Christ tue, tue ich für die ganze Mannschaft, nicht damit ich als ein guter Einzelspieler besonders viel Anerkennung bekomme, sondern damit die Mannschaft gut wird und Christus mit ihr sein Ziel erreicht, dass er mit uns Meister wird in unsrem Leben und in der Welt. Wenn alle sagen: Mach du das, du kannst das doch viel besser, dann müssen einige wenige alles machen, während die anderen zuschauen. Dann werden die wenigen Spieler nach einiger Zeit erschöpft sein, die Mannschaft verliert und alle wundern sich, dass die christliche Mannschaft nicht besser dasteht.

Bist du bereit, um Christi willen dein Bestes für deine christliche Gemeinschaft zu geben?

2. Und dann ergänzen wir uns gegenseitig.

Es geht nicht darum, dass wir uns gegenseitig zeigen wollen, wie gut wir sind oder dass wir besser sind als andere in unserer Mannschaft, sondern dass wir uns gegenseitig entlasten. Was der andere tut, brauche ich nicht zu tun, und dass wir keine Konkurrenz aufbauen, sondern uns gegenseitig fördern. Es muss nicht jeder alles machen. Der andere muss nicht immer stürmen, nur weil ich Stürmer bin. Wir ergänzen uns, aber in dem Bewusstsein, dass wir zu einer Mannschaft gehören, und uns gegenseitig fördern. Trotzdem sind wir bereit, uns gegenseitig zu helfen, wenn es nötig ist.

Die Frage ist: Will ich andere ergänzen und die Ergänzung durch andere, oder will ich anderen zeigen wie gut ich bin?

3. Wie geschieht diese Ergänzung in der christlichen Gemeinde?

In vielen christlichen Gemeinschaften geschieht es in der Regel nach dem Zufallsprinzip: Wer trifft sich gerade mit wem und wer kann gerade mit wem, wer findet wen sympathisch oder hat zufällig die gleichen Interessen? Es ist kein Wunder, wenn wir dann unterklassig spielen.

Damit das Zusammenspiel aller Einzelspieler als christliche Mannschaft funktioniert, gibt es Leiter, zum Beispiel Kirchenvorstände oder Leiter von Kleingruppen und Arbeitskreisen.

Ihre Aufgabe ist es, die Gemeinde oder einzelne Gruppen nach biblischen Grundsätzen zu einer gut funktionierenden Mannschaft zusammenzuführen und auf das Ziel Christi, die Meisterschaft in jedem Leben und in der Welt zu gewinnen, auszurichten. Die Leiter müssen diese Aufgabe wahrnehmen und die anderen müssen ihnen vertrauen. Sonst geht es nicht. Es kann kein Mannschaftsspiel, kein gutes Gemeindeleben zustande kommen, wenn jeder das macht, was ihm gerade gefällt oder ein anderes Ziel verfolgt. Innerhalb dieses Rahmens ist von jedem viel Phantasie und Spontanität gefordert, um das Ziel zu erreichen.

Jeder muss sich fragen: Lasse ich mich darauf ein, oder bin ich dazu zu stolz?

4. Auch in der Gemeinde geschieht viel außerhalb des Spielfeldes.

Die Frage ist zum Beispiel, wie wir vor oder nach einer Veranstaltung miteinander umgehen. Ermutigen wir uns vor Veranstaltungen gegenseitig, oder meinen wir, wir müssten jemand eine Kritik an den Kopf werfen, die wir schon lange einmal loswerden wollten? Können wir uns nach Veranstaltungen gemeinsam freuen oder gemeinsam traurig sein, um uns dann wieder gemeinsam auf die nächste Aufgabe einzustellen?

Christus will eine gute Mannschaft: Wollen wir uns auf diesen Weg einlassen, eine gute Mannschaft Jesu Christi zu werden, nicht damit wir selber besser dastehen oder als Gemeinde, sondern damit er mit uns sein Ziel erreichen kann, dass er Meister wird im Leben von Menschen und in der Welt?
Predigt zu Römer 12, 4-6a zum Thema: Fußball – Glaube – Gemeinde – Teil 3: Christus will ein gutes Mannschaftsspiel am 1. Sonntag nach Trinitatis    
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