Predigt zu Lukas 15, 11-24
zum Thema:
Fußball – Glaube – Gemeinde –
Teil 7: Raus aus dem Abseits 

Wer beim Fußballspielen im Abseits steht, darf nicht mitspielen.

Sonst wird er zurückgepfiffen. Wenn er auf den Pfiff hört, dann darf er danach normal wieder mitspielen. Wenn er aber trotzdem noch weiterspielt, muss er mit einer gelben Karte rechnen und bei Wiederholung mit dem Platzverweis.

Wir wollen heute aber nicht über Fußball reden, die Abseitsregeln verstehen viele doch nicht, sondern über uns und unsere Beziehung zu Gott.

Kann man bei Gott ins Abseits geraten oder vom Platz gestellt werden?

Unter Menschen passiert das häufiger.

Bei Kindern hört man häufiger: „Du darfst nicht mehr mitspielen! Du bist blöd! Mit dir will ich nichts mehr zu tun haben.“ Erwachsene agieren subtiler: Durch schlechtes Reden werden Menschen ins Abseits gestellt, man hält Personen von bestimmten Informationen ab oder Mitarbeiter werden gemobbt, um sie bei der Firmenleitung schlecht dastehen zu lassen.
Wenn man auf der starken Seite einen anderen ins Abseits stellt, berührt einem das wenig, aber wenn es umgekehrt ist, tut es ganz schön weh und kann die Zukunft beeinflussen und behindern, sowohl privat, in öffentlichen Ämtern oder im beruflichen Werdegang.

Aber geht das bei Gott, dass wir ins Abseits geraten?
Wir lesen dazu jetzt die Geschichte vom verlorenen Sohn aus Lukas 15, 11-24:

11 Jesus erzählte weiter: »Ein Mann hatte zwei Söhne. 12 Der jüngere sagte: ›Vater, gib mir den Teil der Erbschaft, der mir zusteht!‹ Da teilte der Vater seinen Besitz unter die beiden auf. 13 Nach ein paar Tagen machte der jüngere Sohn seinen ganzen Anteil zu Geld und zog weit weg in die Fremde. Dort lebte er in Saus und Braus und verjubelte alles. 14 Als er nichts mehr hatte, brach in jenem Land eine große Hungersnot aus; da ging es ihm schlecht. 15 Er hängte sich an einen Bürger des Landes, der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. 16 Er war so hungrig, dass er auch mit dem Schweinefutter zufrieden gewesen wäre; aber er bekam nichts davon. 17 Endlich ging er in sich und sagte: ›Mein Vater hat so viele Arbeiter, die bekommen alle mehr, als sie essen können, und ich komme hier um vor Hunger. 18 Ich will zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich bin vor Gott und vor dir schuldig geworden; 19 ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Nimm mich als einen deiner Arbeiter in Dienst!‹ 20 So machte er sich auf den Weg zu seinem Vater. Er war noch ein gutes Stück vom Haus entfernt, da sah ihn schon sein Vater kommen, und das Mitleid ergriff ihn. Er lief ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und überhäufte ihn mit Küssen. 21 ›Vater‹, sagte der Sohn, ›ich bin vor Gott und vor dir schuldig geworden, ich bin es nicht mehr wert, dein Sohn zu sein!‹ 22 Aber der Vater rief seinen Dienern zu: ›Schnell, holt die besten Kleider für ihn, steckt ihm einen Ring an den Finger und bringt ihm Schuhe! 23 Holt das Mastkalb und schlachtet es! Wir wollen ein Fest feiern und uns freuen! 24 Denn mein Sohn hier war tot, jetzt lebt er wieder. Er war verloren, jetzt ist er wiedergefunden.‹ Und sie begannen zu feiern. 

Es geht hier nicht um eine ethische Anweisung zum Verhältnis von Vätern und Söhnen, sondern um das Verhältnis von Gott und uns. Der Vater ist Gott und der Sohn, das sind wir.

Der Sohn will nicht mehr tun, was sein Vater sagt, sondern nur noch, was er selber will. Er nimmt die Gaben mit und verlässt das Haus des Vaters. So nehmen Menschen die Gaben Gottes gerne mit, aber verlassen Gott. Damit hat der Mensch sich selbst ins Abseitsgestellt, ist draußen, getrennt von Gott. Wir kennen auch die Geschichte von Adam und Eva. Da endet die Geschichte mit einem Platzverweis. Weil Adam und Eva nicht mehr auf Gott hören, werden sie aus dem Paradies verwiesen.

Ja, wir können auch bei Gott ins Abseits geraten, wenn wir nicht mehr auf ihn hören wollen.

Und das hat Folgen: Der Sohn verliert völlig die Orientierung.

Es geht ihm zwar noch gut, aber so wie er mit Gottes Gaben umgeht, steuert er auf das Chaos zu. Viele Menschen, denen es im Leben gut geht, denken: Wozu brauche ich Gott? Ich habe Freunde, meine Familie, Arbeit und kann mir Hobbys leisten. Warum soll ich mich mehr mit Jesus beschäftigen, auf ihn hören und das tun, was er sagt? Sie merken gar nicht, dass sie auf einem völlig falschen Weg sind und schon längst nicht mehr in der Mannschaft Gottes auf dem Platz stehen, bei Gott im Abseits stehen. Gehörst du auch dazu?

Dann sehen wir bei dem Sohn, dass alles zerbricht.

Und weil er nicht bei seinem Vater ist, findet er keinen Halt und keine Hoffnung. Wenn Freunde nicht mehr da sind, keine Arbeit und kein Geld, man einsam ist und die Zukunft nur dunkel, dann ist das schwer zu ertragen. Unten zu sein und im Abseits zu stehen ist keine gute Situation.

Aber manchmal ist es auch die Chance,

wieder Gott zu entdecken und sich auf den Weg zurück zum himmlischen Vater zu machen. Jesus erlebt häufig, dass gerade die sein Angebot annehmen und zum Vater zurückkehren, die nach menschlichem Verständnis weit von Gott entfernt leben.

Der Vater, also Gott steht mit offenen Armen da, voller Sehnsucht nach dem verlorenen Kind.

Die offenen Arme sind die Arme Jesu am Kreuz. Seine Sehnsucht zeigt er uns in Jesus. Warte nicht, bis du ganz unten bist, sondern komm zurück, ist die Botschaft. Und dann stell dich unter den Trainer, Jesus, spiel dein Lebensspiel nach seinen Anweisungen, hör auf ihn und tu, was er sagt.

Komm raus aus dem Abseits! Komm zurück nach Hause, zu Gott. Jesus hat die Tür geöffnet. Und dann kannst du in der Gemeinschaft mit anderen Christen erfahren, wie gut es ist, zur Mannschaft Jesu zu gehören.

Wenn Gott uns nun rein lässt, dass wir bei ihm sein können, was machen wir dann?

Leider ist es so, dass viele Christen

von außen durch die Tür in den Raum zu Gott gehen, dann die Tür hinter sich zu ziehen und nur noch die rein lassen, die ihnen sympathisch und angenehm sind. Bei den anderen ist es ihnen dann scheinbar egal, was mit ihnen wird. Hauptsache sie stören nicht die neu gewonnene Ruhe. So soll es nicht sein, aber leider ist es in vielen Gemeinden oft so. Wer das tut, handelt nicht im Sinne Jesu.

Sondern wir sollen die Tür weit aufmachen,

die Tür unserer Herzen, die Tür der Gemeinde und alle einladen, die ins Abseits geraten sind und ihnen zeigen, dass sie in der Gemeinde zu Gast bei Freunden sind. Wir sollen ihnen zeigen, dass sie hier bei Jesus, ihre Last loswerden können, die Last, die sie von anderen Menschen und von Gott trennt; dass in der Gemeinde Menschen sind, die ihre Last mittragen und die ihnen den Weg zu Jesus zeigen, wo sie ihre Last ganz loswerden  und wieder frei und unbeschwert leben können.

Wer sind die, die im Abseits stehen?

Wir denken dabei schnell zuerst an Kranke, Einsame, Alte, Behinderte oder Benachteiligte in der dritten Welt. Aber so einfach ist das nicht!

Es gibt Menschen, die stehen in der Gesellschaft im Abseits durch Krankheit oder Armut oder andere Ursachen. Aber sie sind glücklich und zufrieden, weil sie Jesus gefunden haben und nun wissen, dass sie zu Gott gehören, geborgen sind, Halt und Hoffnung auf die Ewigkeit haben. Sie haben das Wichtigste und leiden nicht mehr darunter, dass sie vieles andere nicht haben können. Es gibt andere, die haben alles, aber eigentlich sind sie sehr schlecht dran. Manchmal wissen sie es noch gar nicht, wie schlecht sie dran sind, aber manchmal spüren sie es schon, wie sie innerlich leer sind.

Ob ein Mensch wirklich gut dran ist oder ob er im Abseits steht, das hängt nicht davon ab, was er alles hat, sondern ob er Jesus hat,

denn erst bei Jesus kann er seine Lasten loswerden, alles, was ihn von Gott und den Mitmenschen trennt und so kann er Frieden mit sich selbst finden.
Jeder kann seine Last ins „Meer der Liebe Gottes“ versenken, Halt und Geborgenheit finden, die nicht zerbrechen, eine gute Orientierung und Hoffnung bekommen, auch wenn alles andere zerbricht, sogar im Sterben.

Die Frage ist: Bleibst du im Abseits oder spielst du wieder richtig mit, unter Jesus als Trainer in der Siegermannschaft?

Und dazu sind alle eingeladen von Gott. Keiner muss mehr im Abseits stehen, jedenfalls nicht bei Gott. Jeder soll das wissen: Auch du kannst raus aus dem Abseits!

Predigt zu Lukas 15, 11-14 zum Thema: Fußball – Glaube – Gemeinde – Teil 7: Raus aus dem Abseits 
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