Predigt zu Johannes 3, 16-18 am 11. Sonntag nach Trinitatis
Wer schon einmal einen lieben Menschen durch den Tod verloren hat, der weiß, wie schwer es ist, Abschied zu nehmen,
besonders dann, wenn einem dieser Mensch in der Vergangenheit viel bedeutet hat. Dann ist die Lücke sehr groß, die er hinterlässt. Noch schwerer wird der Abschied, wenn ich nicht weiß, wo er jetzt ist und wie es ihm geht.
Was kann dir Trost geben, wenn jemand stirbt, der dir viel bedeutet hat? Worauf kannst du hoffen, wenn du selbst auf dein Sterben zugehst?
Die Vorstellung, dass jemand einfach ins Grab gelegt wird, und das war es dann, ist nicht besonders tröstlich. Aber kommen alle in den Himmel?
In Offenbarung 21, 5 sagt Gott: „Siehe, ich mache alles neu.“ Gott schafft eine neue Welt, in der alles so ist, wie Gott sich das vorstellt,
so wie es in der ersten Schöpfungsgeschichte in 1. Mose 1, 31 heißt: „Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ So soll es auch in der neuen Schöpfung Gottes am Ende der Zeit werden. Die Beziehung zur Natur, unter den Menschen, das Verhältnis zu Gott und auch des Menschen zu sich selbst wird heil und sehr gut sein. Alles lebt in der Liebe, im Frieden, in der Freude Gottes. In Offenbarung 21, 4 heißt es: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Wir wissen nicht, wie es im Einzelnen sein wird, ob wir uns wiedererkennen, wie wir aussehen, wie Gottes Welt aussieht, aber wir wissen, dass in der Gemeinschaft mit Gott alles gut, alles sehr gut ist.
Aber die Bibel redet auch von der anderen Seite,
dass es einen Ort geben wird, wo das Leid nicht nur bleibt, sondern schlimmer wird. Das ist die Hölle, wo Gott keinen Einfluss ausübt, sondern wo der Teufel regiert. Wie das im Einzelnen sein wird, das sagt die Bibel nicht, aber sie sagt: Dort wird nichts gut sein. Die Bibel gebraucht dafür den Begriff: Dort gibt es „Heulen und Zähneklappern.“
Und davor gibt es ein Gericht Gottes,
wo entschieden wird, wohin wir kommen: Himmel oder Hölle. Jeder Mensch wird einmal so vor Gott stehen und von Gott gerichtet. Gott fragt dann danach, ob wir geeignet sind für seine Ewigkeit; ob wir hier auf Gott gehört haben, ihm gehorcht und nach seinem Willen gelebt haben. So wie es Jesus im Doppelgebot der Liebe in Matthäus 22, 37-40 sagt: „Jesus antwortete: »’Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand!‘ Dies ist das größte und wichtigste Gebot. Aber gleich wichtig ist ein zweites: ‚Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!‘ In diesen beiden Geboten ist alles zusammengefasst, was das Gesetz und die Propheten fordern.“ Martin Luther sagt in der Erklärung zum ersten Gebot: „Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.“
Die Frage ist: Kommst du dann in den Himmel?
So, wie du bist, kommt keiner in den Himmel! Wenn du trotzdem in den Himmel kommen willst, dann musst du auf Jesus sehen, hören, was er sagt, und ihm vertrauen.
In Johannes 3, 16 heißt es:
16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. 17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. 18 Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er hat nicht geglaubt an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.
Gott kennt uns und sieht, dass kein Mensch vor ihm als gerecht bestehen kann,
kein Mensch für den Himmel geeignet ist. Aber Gott liebt uns, seine Geschöpfe, seine Kinder. Er leidet daran, dass wir ihm so wenig vertrauen, und er möchte nicht, dass wir auf ewig verloren gehen. Deswegen ist er in Jesus selbst in diese Welt gekommen, um uns einen neuen Weg zu zeigen, wie wir doch noch zu ihm zurückkommen und in seine Ewigkeit kommen können, den Weg der Begnadigung, dass Jesus sich mit uns verbindet und wir mit ihm.
Jesus nimmt deine Strafe für deine Schuld, für dein gottloses Verhalten auf sich.
„Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten,“ heißt es in Jesaja 53, 5. Wenn du dich nun zu Jesus hältst, sagt Gott, dann will ich dir nicht dein Verhalten anrechnen, sondern ich rechne dir das Verhalten Jesu an und das ist für die Ewigkeit geeignet. Und dann werde ich anfangen auch dich so zu verändern, dass du lernst, was es heißt in der Gemeinschaft mit mir zu leben, mich zu lieben, mir zu vertrauen und meinen Willen zu tun. Gott fängt schon hier an, alles neu zu machen.
Aber nun musst du dich auch Jesus von ganzem Herzen zuwenden.
Erkenne, dass du Jesus brauchst, dass du sonst in Ewigkeit für Gott verloren bist. Vertraue Jesus und nimm das an, was Jesus dir anbietet. Nimm die Gnade an, dass Jesus sagt: Mein Leben soll für dich zählen. Und dann bleib bei Jesus! Folge ihm nach! Lass dich in der Gemeinschaft mit Jesus so verändern, dass du lernst, Gott von ganzem Herzen zu lieben und zu vertrauen und seinen Willen zu tun. Deshalb sagt Jesus hier in dem Text: Wer an mich glaubt, der wird nicht verurteilt, sondern der kommt in Gottes neue Welt. Wer aber nicht an Jesus glaubt, der ist schon verurteilt, denn er hat seine Begnadigung abgelehnt.
Jesus ist der Weg der Begnadigung, der Gnade, der uns in den Himmel bringt. Einen anderen Weg gibt es nicht. Die Aussage der Bibel ist da ganz einfach und klar!
Manche Menschen sagen: Das ist ja schön, aber es weiß doch keiner so genau, was dann kommt und wie es sein wird. Es ist ja auch noch keiner zurückgekommen und hat es uns gesagt. Doch! Es ist einer gekommen: Jesus! Und wir wissen es genau. Andere sagen: Ich habe immer versucht, anständig zu leben, habe mich um die Familie gekümmert und auch sonst ein ordentliches Leben geführt. Das muss doch genügen. Es mag sein, dass du im Urteil von Menschen ein gutes Leben führst, aber reicht das für Gott? Ist dein Leben geeignet für die Ewigkeit?
Bau nicht auf deine Taten und deine eigenen Gedanken, was nach dem Tod kommt, sondern häng dich an Jesus! Setz deine ganze Hoffnung auf ihn!
Oder glaubst du, dass er ein Lügner ist?
Wenn du bei Jesus bist, dann weißt du, dass er bei dir ist, dann erfährst du gerade in schweren Zeiten seinen Trost und seine Kraft, dann weißt du in deinem Sterben, dass dein Weg in Gottes wunderbare Ewigkeit geht. Und wenn dann jemand im Glauben an Jesus stirbt, dann wissen die Angehörigen: Er ist jetzt bei Jesus, in der Ewigkeit Gottes. Es ist alles gut.